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Gestern Abend habe ich entdeckt, dass meine Bauchtasche mit dem Pass verschwunden ist. Keine Ahnung wie und wohin.
Heute habe ich Zen-Meditation praktiziert, das war ganz gut als Beruhigungsmittel.
Am Nachmittag setze ich mich hin, um zu schreiben und lasse den lieben Gott einen guten Mann sein.

Ein wenig nervös wurde ich schon gestern, als ich die Tasche suchte und nicht fand. Mein Pass, ein wenig Geld und der Boarding-Pass für unseren Rückflug von Spanien in die Schweiz – all das ist weg. Heute ist Sonntag, 21. 10. Der Flug in die Schweiz soll nächsten Freitag stattfinden – und am nächsten Morgen dann der grosse Sprung nach Quito, Ecuador.

Ohne Pass kann ich, können wir nicht fliegen, so dass die Pläne fast zerstieben. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir die Tasche noch finden.

Heute vormittag nahmen wir an einem Meditations-Ereignis in einem Park bei Altea teil. Ca. 35 Menschen, überwiegend Frauen, waren zusammen gekommen, und es hat uns sehr gut gefallen. Es war Meditation nach der Methode von Thich Nhat Hanh. Es gibt hier in der Gegend mehrere Gruppen, die nach Thich Nhat Hanh meditieren, und wir wurden von einigen unserer Freude eingeladen. Das Ganze ist gratis, man trifft sich um 10.30, und jeder bringt sich ein Picknick mit.

Ich fand das Ganze, wie gesagt, auch nützlich, um meinen Geist zu beruhigen, und das ist auch gelungen. Auch das Schreiben ist für mich eine beruhigende und klärende Sache, denn während ich schreibe, ist mein Geist konzentriert.

Gleichzeitig kreisen meine Gedanken um das Projekt, das ich vorgestern gestartet habe: Wir lachen über uns – siehe vorherigen Blog. Ich habe das Ganze auf Englisch übersetzt und eine Veranstaltung auf Facebook erstellt.
Lieber Leser, du bist eingeladen teilzunehmen. Wenn du nicht auf Facebook bist, genügt es, hier einen Kommentar zu hinterlassen oder mir ein Mail zu schicken: joyacademy@me.com

Das alles kommt zusammen, während ich hier in der Altstadt von Altea in der Wohnung eines Freundes am Sonntag nachmittag schreibe. Denn in der Meditation kam auch das Lächeln vor, und es kam der Augenblick als der wunderbare Augenblick vor.
Und in dem Film von und mit Thich Nhat Hanh, den wir anschliessend sahen, sprach dieser vom Glücklichsein als dem Ziel jeder Meditation.
Wie du vielleicht weisst, hat Buddhismus mit der Überwindung des Leidens zu tun. Aber beim Lachen über sich selbst verschwindet das Leiden sofort, da braucht es keine Überwindung!
Lachen ist der direkte Weg in die Glückseligkeit.
Ich habe daher meine Veranstaltung besonders an die Adresse der weltweiten Lach-Bewegung geschickt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die weltweiten Lachyoga-Klubleiter den Unernst noch nicht intensiv genug als spirituelle Inspiration erfahren haben.
Es gibt zwei grössere Netzwerke auf Facebook, denen ich angehöre: Laughter Yoga Professionals und Laughter Yoga Exchange Programme. In diesen Gruppen sind jeweils 300 bis 400 lachende Leute und Fachleute beisammen. Ich dachte und denke, dass diese Menschen am besten über sich selbst lachen können, denn das Lachen über sich selbst ist ein Bestandteil des Lachyoga.
Es haben sich bereits drei Leute angemeldet, olé! Das lässt mich den verlorenen Pass fast vergessen! 🙂
Trotz allem hat mich der Weg von Thich Nhat Hanh nicht völlig begeistert. Er hat eine schöne Ausstrahlung. Der Film wurde im Jahr 2009 in Plum Village, seinem Zentrum in Frankreich, während eines 21-tägigen Retreats aufgenommen. Und ich fragte mich: 21 Tage mit anderen intensiv meditieren, um am Schluss, hoffentlich, glücklich zu sein?
Wenn wir unserer eigenen Intuition folgen, dann können wir sofort glücklich sein, indem wir uns dazu entscheiden. Wir sind schliesslich zum Glücklichsein geschaffen (worden). Die Freude am Dasein ist unser Lebens-Sinn, wenn wir es wollen.
Das kann auch ein verlorener, oder verschwundener, und hoffentlich wieder erscheinender Pass nicht verhindern.

Jetzt kommt nämlich noch die Pointe: Als ich gestern Nacht, nach vergeblichem Suchen, Christina von dem Missgeschick erzählte, war sie gar nicht so geschockt. Und am Morgen sagte sie charmant: Dann bleiben wir halt in Spanien, in unserem geliebten Altea! Oha!

Es gefällt ihr, es gefällt uns dermassen gut hier…So viele gute Freunde! Das Wetter meistens schön und warm…Heimatgefühle…

Reden wir nicht drüber und warten wir ab!
Wenn ich den Pass nicht finde und auch keine andere Lösung, dann stehen wir hier vor einem rätselhaften Phänomen…einem magischen Rätsel des Schicksals…einer schicksalhaften Wendung…

Da lachen wir doch drüber! Hahahahhahahahhhahahhahahahahaha!

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4 Kommentare zu “Verlorener Pass und Zen-Meditation

  1. Es gibt immer wieder unerklärliche Dinge im Leben. Vielleicht ist dein verlorener Pass euer beider Glück?! Die Reaktion von Christina finde ich grossartig: Dann bleiben wir eben hier.
    Trotzdem ärgert einen ein solcher Verlust, der auch mit einem Lachen nicht sofort aus der Welt zu schaffen ist. Ich jedenfalls bin noch nicht soweit, einem solchen Missgeschick auf diese Art zu begegnen.
    Herzliche Grüsse aus der sommerlichen Schweiz.
    Christian

  2. Verlorener Pass, gefundener Zen? Das stimmt, im Lachen verliere und finde ich gleichzeitig. Das Inter-sein manifestiert sich an einem Punkt der Präsenz. Im Lachen bin ich präsent. Es ist unwichtig wo in der Welt ich gerade bin, mein Sein ist immer in mir! Es ist wunderbar, dies vermehrt zu fühlen.

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