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Ich musste vor kurzem schmerzlich einsehen, dass es auch Disziplin braucht für die Realisierung von Visionen.
Und ich durfte schmerzlich einsehen, dass ich diese Disziplin auch habe.

Das widerspricht mir ja ein bisschen, wie meine LeserInnen sicher wissen. Ein Lachkönig mit Disziplin! Lächerlich!

Aber ich gebe es zu.

Allerdings ist es sozusagen eine leichte Disziplin – ähnlich wie bei einem Fahrradfahrer. Alle Schaltvorgänge, jedes Bremsen, jede Kurve – alles braucht Disziplin, und diese ist am Anfang schwer zu erlernen. Aber nach genügend Erfahrung geht alles automatisch und ist keine Anstrengung mehr.

Für Leute, die nicht Fahrrad fahren können und es erst erlernen, ist es eine gewaltige Anstrengung – vor allem die Erlangung des Gleichgewichts. Disziplin vorne und hinten, oben und unten!

Heute morgen nach dem Frühstück unterhielten wir uns darüber. Christina brachte das Bild des Fahrradfahrers, mit den zahlreihen Missgeschicken oder gar Stürzen am Anfang. Für Geübte ist das Halten des Gleichgewichts praktisch nicht mehr spürbar, während der Anfänger völlig absorbiert ist mit dem Thema.

Wir übertrugen dieses Bild dann auf die Kunst der heiteren Gelassenheit. Beim Erlernen dieser Kunst gibt es am Anfang auch zahlreiche Rückschläge, Entmutigungen, Stimmungsschwankungen. Und es ist auch eine Frage der Disziplin: Nicht aufzugeben, wieder aufzustehen, zu lernen, zu üben, die entsprechenden Bücher zu lesen, die rechten Freundschaften zu pflegen, Kritik konstruktiv entgegenzunehmen und umzusetzen.

Mit der Zeit entwickelt sich so etwas wie ein neues inneres Organ – ähnlich wie sich beim Fahrradfahren das Gleichgewichts-Steuer-Organ entwickelt.
Dieses Organ steuert auch, wie beim Fahrradfahren; es reagiert auf die Unebenheiten des Lebens mit – heiterer Gelassenheit.

Manche Leute lernen das nicht, oder sie wollen es nicht lernen, und dann sind sie möglicherweise ständig unzufrieden oder haben immer etwas auszusetzen. Das ist selbstverständlich ihre Freiheit.

Aber wir reden hier von der neuen Zeit, und da gibt es verwandelte Menschen, sich selbst neu erschaffen habende Menschen, die sich für ein neues Menschsein entschieden haben, die es auch üben und schliesslich erreichen. Das sind dann aber angenehme Zeitgenossen!

Braucht es Disziplin, in Teneriffa sehr viel zu schreiben, stumm in der Stadtbibliothek zu studieren und zu recherchieren, an einem schönen Tag zu Hause zu bleiben wegen der Arbeit, wenig zu essen und auch sonst zu konsumieren aus Sparsamkeit? Ich finde nicht – oder doch?

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