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Wir haben bereits einige Überraschungen erlebt auf dieser unserer Reise 2012/2013.
Aber selbst ein Reisebüro konnte uns nicht vor weiteren Flexibilitätsübungen bewahren. Es lebe das gesunde Mittelmass! Besonders beim Handgepäck für Flugzeuge!

Vor unserer Reise habe ich in einem Anfall von ritterlicher Vorsorge ein neues Handgepäck für Christina gekauft: Einen Hartschalenkoffer, wunderbar anzusehen, mit mexikanischem Muster. Genau für Easyjet geeignet: 56X25X45 cm. Ich weiss die Masse inzwischen auswendig.

Der Koffer hat die Masse 56x25x35. Es konnte also nichts schiefgehen. Ich ging davon aus, dass die Fluggesellschaften für das Handgepäck ein einheitliches Mass haben. Wäre ja logisch, oder? Schliesslich kauft man sich ja nicht für jeden Flug einen neuen Koffer, nicht wahr?

Wie bereits bekannt, konnten wir nicht nach Südamerika reisen, sondern landeten stattdessen in Teneriffa. Nach etwa zwei Wochen entschlossen wir uns dazu, die Monate Dezember und Teile des Januars in unserer alten Heimat Altea in der Nähe von Alicante zu verbringen. Es galt einen Flug zu finden.

Nach den gemachten Erfahrungen mit dem gescheiterten Südamerikaflug entschlossen wir uns, ein Reisebüro aufzusuchen. Und wirklich, die Mitarbeiterin – sie heisst Shila und kommt aus Indien, was sie uns gleich sympathisch machte – fand einen Flug, den wir auf dem Internet nicht gesehen hatten: Nach Valencia, mit Ryan Air.
Wir mussten zwar noch einen Bus von Valencia nach Altea, ca. 150 km, finden. Aber diese Möglichkeit war bei weitem die preisgünstigste.

Nach einigen Tagen des Überlegens erschienen wir erneut im Reisebüro bei Shila. Wir kannten schon die Gepäcksbestimmungen: 15 kg fürs Hauptgepäck, 10 kg fürs Handgepäck. Und nachdem wir in Basel, bei dem unseligen Check-In mit der Verweigerung unseres Fluges nach Ecuador, gesehen hatten, dass unsere Rücksäcke jeweils unter 15 kg lagen, konnten wir beruhigt sein. Ich jedenfalls. Christina war da nicht so sicher. Denn sie hat das Gefühl, dass wir inzwischen mehr Dinge besitzen. Wahrscheinlich hat sie recht.

Nun, wir entschieden uns zu buchen. Bevor aber Shila die Buchung durchführte, schob ich ihr unauffällig noch einen Zettel rüber: 56x25x45, mit dem Kommentar: Handgepäck?
Ich wollte Christina nicht beunruhigen, denn sie hat eine Art Handgepäck-Trauma. Nein, das ist zu viel gesagt. Aber sie hat schon Erfahrungen mit unangenehmen Fluggesellschaften gemacht, und deswegen hatte ich ihr ja den perfekten Handkoffer gekauft.

Aber sie bemerkte natürlich meine unauffällige Aktion und fragte: „Aha, du willst sicher gehen wegen des Handgepäcks, nicht wahr?“
Ich konnte es nicht abstreiten.

Shila nahm meinen Zettel zur Kenntnis und buchte weiter. Schliesslich reichte sie uns voller Stolz die Buchungsbestätigung. Darauf las ich die Bestimmungen für Handgepäck: 55x20x40.

Ich sagte: „Das geht nicht. Christina’s Koffer ist zu gross. Er ist 25 cm dick“.

Unsere Betreuerin wollte es nicht glauben. Sie riet uns alle möglichen unmöglichen Dinge, wie z.B. dass wir die Rucksäcke, die viel zu gross sind, als Handgepäck einchecken sollten. Sie geriet ins Schwitzen und erklärte uns, sie habe den Flug schon bezahlt und könne ihn nicht rückgängig machen. Das sei bei einer Internet-Buchung nicht möglich. Wenn wir nicht bezahlten, müsse sie den Flug privat bezahlen. Sie war kaum mehr zu stoppen und den Tränen nahe.

Was sollten wir tun? Nun, wir baten um einige Minuten Bedenkzeit und nahmen am Nebentisch Platz. Dort konnten wir uns auf Deutsch mehr oder weniger in Ruhe unterhalten (denn Shila warf noch einige Argumente ins Feld). Es war uns klar: Wir mussten den Flug bezahlen. Ich machte lustige Zeichnungen.
Wir haben nämlich für unsere Rucksäcke Regenhüllen gekauft. Die sind ziemlich gross. Vor einem Flug hüllen wir den Rucksack in diese Hülle, und da drin hat auch noch mehr Platz. Meine Zeichnung ist gut für eine Kunstausstellung!
Wir entwarfen die kühne Idee, dass in dieser robusten Hülle sowohl der Rucksack als auch das Handgepäck Platz haben könnte.
Und so entschlossen wir uns, zu zahlen.
Als ich mein Bankkärtchen in den Apparat steckte, sagte dieser nach einigen Sekunden: Karte ungültig. So ein Spass! Wir versuchten es erneut. Erneut ungültig.
Nun versuchten wir es mit Christina’s Karte: Ungültig. Die Spannung stieg! Beim zweiten Versuch klappte es dann.

Wir hatten noch eine andere Option geprüft: Zusatzgepäck. Kostet 35 €. Laut Shila kann man es auch erst am Flughafen bezahlen im Falle von Ryanair. Wir könnten also ganz normal mit dem Handgepäck am Gate erscheinen und notfalls die 35 € bezahlen.
Ob das wirklich stimmte, fragten wir uns. Denn normalerweise kostet es am Flughafen viel mehr als vorher im Reisebüro.

Ein weiterer Vorschlag von Shila lautete, dass wir doch einfach am Flughafen vorbeigehen und das Handgepäck in den vorgesehenen Ständer schieben sollten. So könnten wir sehen, ob es zu gross war oder nicht. Sie schien einfach nicht glauben zu wollen, dass Christina’s Hartschalenkoffer nicht flexibel ist. 5 cm sind zu viel. So schien es uns.

Nun also: Nächsten Sonntag werden wir mit einer Freundin in den Süden Teneriffas’s fahren. Dort werden wir noch einige Tage in El Medano am Meer verbringen. Unsere Freundin wird so nett sein, vorher mit uns am Flughafen vorbeizufahren, um den Härte- bzw. Weitetest zu machen.

Und wir nennen inzwischen eine weitere Errungenschaft unser eigen: Eine Zugwaage bis 35 kg. An ihr können ihr unser Gepäck aufhängen und schon vorher sehen, wie schwer es ist.

Den Test mit der Regenhülle habe ich schon gemacht: Tatsächlich passt sowohl der Hartschalenkoffer als auch der leere Rucksack hinein (Bei Ryanair darf man nur ein Gepäckstück aufgeben). Und dann passen auch noch andere Sachen rein, und Christina kann ihren kleinen blauen Rucksack als Handgepäck aufgeben. Alles gelöst, und wir sind erlöst! Hoffentlich! Wieder einmal „Die Lösung von fast allem“ 🙂

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2 Kommentare zu “Buchungsüberraschungen

  1. Hallo zäme! In der Schlange stehend vor dem Gate E 52 im Flughafen Zürich habe ich eure neuesten Reiseabenteuer gelesen d. h. erst überflogen. Willkommen im Club! Allerdings ist bei mir Selbstverschulden im Spiel. War stolz, dass ich „nur“ 18kg (max. 23)bei mir habe. Weil wir das auch schon gemacht hatten, habe ich die Sachen auf zwei Gepäckstücke verteilt. Am Checkin musste ich dann für das 2. Stück 90fr. bezahlen. = „Strafgebühr“ fürs Nichtlesen des Kleingedruckten. Fliege mit meiner Mutter nach Boston zum Thanksgiving in New Hampshire mit der Familie meines Bruders 90fr sind ein Ärgernis. Aber Hauptsache wie kommen nicht zu früh runter. Weiterhin viel Freude am Reisen und Leben wünscht Corinne

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