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Im Nebelwald von Ecuador lachten wir mit Senioren. Herrlich! Diese Gesichter, diese Freude, diese Umarmungen! Wir hatten so viel Spass, und wir waren sehr bewegt…

Hier die Einleitung dazu:

Einer unserer guten Empfangs-Engel in Ecuador war und ist Annelie, Lachtrainerin, Seifenproduzentin, Tierärztin und Dozentin.
Mit ihr hatte ich schon seit Jahren Kontakt, und sie hatte uns sowohl in ihr Haus eingeladen auch als auch unseren Kurs über das Glücklichsein in ihrem Haus organisiert.
Sie empfing uns am Flughafen mit ihrem Lachclub, und das war ein zensationelles Ereignis!
Annelie plant im Nebelwald, zwei Stunden westlich von Quito, im Örtchen Mindo auf 1200 m Höhe, ein Zentrum der Lebensfreude. In ihr dortiges Haus hatte sie uns für zwei Tage eingeladen. Wir fuhren mit ihren beiden Söhnen dorthin. Es ist ein wunderschönes Holzhaus mit einer grossen Terrasse. Es ist ständig warm und feucht in dieser Gegend.

Es regnete die ganze Nacht und den ganzen Morgen. Am Mittag erfuhren wir, dass Annelie in ein Senioren-Zentrum eingeladen worden war, um einen Lachkurs zu leiten. Welche Überraschung! Sie ist neu hier im Dorf.

Wir begaben uns um ca. 14 Uhr zu dem Zentrum: Der überdeckte Vorplatz eines alten Holzhauses mit ca. 25 alten Menschen. Wir wurden herzlich begrüsst und mischten uns unter die Leute. Ein junges Paar leitete den Kreis. Der Mann machte uns bekannt und leitete den Kurs ein.

Annelie legte los, und die Leute lachten wunderbar mit. Ihre zerfurchten Gesichter und zahnlosen Münder lächelten uns entgegen. Sie waren so dankbar!
Annelie machte das sehr gut, indem sie z.B. die Tätigkeiten der Menschen einbezog: Was tust du oft? Ich arbeite mit meiner Machete; ich koche; ich fahre Fahrrad.
Jede dieser Tätigkeiten wurde nun von der Gruppe lachend ausgeführt. Man kann das nur schwer beschreiben, wie der Lachvirus sich selbständig macht und dann alle über alles lachen.

Annelie hatte noch viele weitere Variationen auf Lager, und so vergnügten wir uns mehr als eine halbe Stunde.
Am Schluss wurden wir von jedem einzeln umarmt, und das berührte mich besonders.
Ich liebe diese Menschen!

Anschliessend luden wir die LeiterInnen in Annelie’s Haus ein und verbrachten ca. Stunden mit ihnen auf der Terrasse. Wir lernten noch den dritten Mann kennen: Wilson. Die anderen beiden sind ein Paar und heissen Diego und Lizeth. Sie hatten es sich in der Hängematte gemütlich gemacht, und wir diskutierten sehr angeregt.
Diego hat Theater und Psychologie studiert. Lizeth ist eine Tänzerin. Wilson hat Theater und Sozialarbeit studiert.
Alle drei haben bis vor kurzem in Quito gelebt. Vor zwei Monaten gründeten sie das Projekt in Mindo. Mit Unterstützung der Regierung bauen sie das Zentrum auf, und sie leben in dem Holzhaus.
Jeden Tag gibt es einen Kurs für die alten Leute, ca. ab 10 Uhr. Das Mittagessen wird gratis zur Verfügung gestellt, ebenso wie der Kurs.
Wilson erzählte, dass es am Anfang recht schwierig war, diese Menschen aus der Reserve zu locken. Aber es ist ihnen inzwischen gelungen, mit Theater, Musik, Körperübungen und Tanz die alten Leute zu erreichen. Das haben wir gespürt während des Lachkurses: Die Menschen waren erstaunlich offen.
Diego ist ein charismatischer Kerl mit Dreadlocks; alle drei mögen zwischen 22 und 28 Jahre alt sein. Er macht Kapoeira, das brasilianische Tanz-Feuerwerk.
Ich forderte ihn spontan auf, uns etwas vorzuführen. Daraufhin erklärte er, dass sein Kapoeira etwas Rituelles an sich habe. Man könne diesen Kapoeira nicht vorführen, denn alle seien beteiligt. Es müsse eine bestimmte Atmosphäre herrschen.
Ich erzählte daraufhin von unserem Freundeskreis in Spanien und betonte, wie wichtig das Vertrauen in einer Gruppe sei. Ich berichtete auch von unseren Liedern, Meditationen und Ritualen. Wir verstanden uns.
Der Austausch mit diesen jungen, engagierten Menschen war sehr schön, auf einer Ebene der spontanen Freundschaft.
Diego berichtete dann von den Ritualen der „Indigenas“, der Indios. Diese haben sich meist zurückgezogen, und sie lassen fast keine Fremden teilnehmen, weil sie Sorge haben, dass ihre Zusammenkünfte missbraucht werden.
Die Rituale dauern oft die ganze Nacht und werden von Ältesten geleitet. Der Kreis ist sehr wichtig, die Gemeinschaft, die alten Geschichten. Da wäre ich gerne mal mit dabei!

Die drei machen auch Strassen-Theater und Tanz in der Öffentlichkeit.

Annelie will nun jede Woche einmal im Senioren-Zentrum ihren Lachkurs durchführen. Ihr Angebot wurde mit grosser Freude entgegengenommen. Wie schön!
Und sie hat eine Vision: Mindo soll zum ersten lachenden Dorf Ecuadors werden. Warum nicht? Es wird höchste Zeit, dass es lachende Dörfer gibt!

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