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Universelle Freundlichkeit in Thailand

Chiang Mai, Thailand, Februar 2016

Ich habe während unseres Thailand-Aufenthalts mein Manuskript wieder neu aufgegriffen und viel Neues geschrieben. Im Rahmen des jetzigen Teils, der „Philosophie des Befreiung“, möchte ich auch meine Erfahrungen in diesem freundlichen Land schildern und für unsere Diskussion fruchtbar machen.

Gute Idee. Der Aufenthalt war wichtig für dich, du bist inspiriert.

Ich sehe hier die universelle Freundlichkeit, die ich immer als Vision hatte. Thailand wird als Land des Lächelns bezeichnet, und das ist es auch.

Willst du es auch in Beziehung bringen zu deinen bisherigen Reisen, zu deinen verschiedenen Erfahrungen in den „neuen Paradiesen“, über die du bereits geschrieben hast?

Ich vergleiche nicht so gern. Arambol in Goa, Bali in Indonesien, und viele andere Orte waren für mich äusserst inspirierend, als wir dort waren. Aber nun bin ich nicht dort. Ich habe Aufzeichnungen, und ich lese sie gerne. Aber nun bin ich in Thailand, und das ist wieder was Neues.

Also kommen wir zur Sache. Wie fühlst du dich?

Die universelle Freundlichkeit ist wunderbar. Das Leuchten der Augen im Lächeln, die Herzenswärme, die Leichtigkeit des Seins – das alles erinnert mich an meine eigene Vision von „HappyTopia“, und an die Vision von Dostojewski in seiner Novelle „Der Traum eines lächerlichen Menschen“.

(Hier eine kurze Inhaltsangabe der Geschichte:

Dostojewksi beschreibt einen verzweifelten, lächerlichen Mann in St. Petersburg, der genug hat vom Leben. In einem Traum wird er zu einem fernen Planeten gebracht, der genauso wie unsere Erde aussieht. Dort trifft er glückliche, unschuldige Menschen. Er erlebt das Paradies: Das Leben vor dem Sündenfall.

Aber er verdirbt sie und lehrt sie zu lügen und Unrecht zu tun, bis der ganze Planet verdorben ist. Als er von seinem Traum erwacht, ist er verwandelt. Er beschliesst, die Wahrheit, die er gesehen hat, zu verkünden.)

Da gibt es die schöne Stelle: 

Oh, alles war genau so wie bei uns, nur schien alles sonderbar festlich zu leuchten. Als wäre schliesslich ein grosser, heiliger Triumph erreicht worden.

Ja, um diesen grossen, heiligen Triumph geht es uns.

Den haben die Thailänder bereits errungen?

Ja und nein. Es ist ja oft diskutiert worden, dass viele Asiaten gar nie in die Tiefen des Nihilismus abgestürzt sind. Die Inder haben über die Jahrtausende ihre spirituelle Orientierung nie losgelassen, die Thailänder ebenfalls nicht. Die Konfrontation mit dem sinnlosen Nichts ist eine speziell westliche Delikatesse.

Und daher ist die Freundlichkeit der Thailänder nicht so viel wert, weil sie nicht aus dem Nichts errungen ist?

Das habe ich überhaupt gar nicht gesagt oder gedacht. Das könnte man denken, aber ich denke es nicht.

Aber wir sehen hier eine Verwandtschaft zu dem Text von Dostojewski. Er sagt, dass die Menschen auf dem anderen Planeten, der exakt wie die Erde aussieht, die Sünde nicht kennen. Sie sind nie aus dem Paradies vertrieben worden, sie leben in ewiger Unschuld.

Du hast dich ein wenig mit der Lebensphilosophie der Thailänder befasst, und du hast vor allem direkte persönliche Erfahrungen gemacht.

Die Texte über die Lebensphilosophie betonen drei Hauptbegriffe: Sanuk, Sabai und Suay. Aber bevor ich davor ich darauf eingehe, will ich doch das folgende herrliche Zitat bringen. Es stammt von Ex-Premierminister Kukrit Pramoj (PM vom 17.03.1975-12.01.1976)

„Der Lebensstil der Thai ist geschmackvoll, verwöhnt von einer gütigen, schwelgenden Natur, geprägt von anpassungsfähigen moralischen Werten und einer heiteren Gelassenheit gegenüber den Problemen des Lebens… Für einen Thai besteht das Leben im Grunde in einer einzigen langen Entspannungsphase.”

Herrlich! Eine einzige lange Entspannungsphase! Gut gemacht, ihr Thailänder! Entspannt euch, lacht, geniesst!

Ich hoffe du kriegst dich wieder.

Danke für die Erinnerung. Jedenfalls möchte ich diese Art von Entspannung jedem Menschen gönnen. Sie ist ja auch berechtigt, da wir von den „fügenden Kräften“ wissen.-

Wie war das jetzt mit den drei Grundbegriffen?

Ich zitiere aus dem Internet-Text – wie schon in einem früheren Blog:

„Als Einführung in ein tieferes Verständnis der Lebensphilosophie der Thai eignet sich die Analyse dreier wichtiger Worte aus dem Thai-Wortschatz: sanuk, sabai und suay. Sie stehen kennzeichnend neben dem oft gehörten mai pen rai und dem Bild vom „Land des Lächelns” für ein leichtes, vergnügliches Leben im Diesseits, obwohl doch die buddhistische Prägung den Menschen sagt, dass alles Leben Leiden sei. Ein Widerspruch? Jedenfalls bemühen sich alle Thai – und scheinen damit Erfolg zu haben – das Leben in vollen Zügen zu genießen.

Der Begriff sabai steht für „angenehm”, „gemütlich” oder „bequem”. Das ganze Leben sollte sabai sein. Statt „Wie geht’s?” fragt man ungefähr „Du fühlst dich doch wohl, oder?” (sabai dii rù). Die Antwort darauf ist dann wieder sabai dii „wohlfühlen-gut”.

Das Wort suay bedeutet „schön”. Thai sind hochentwickelte Ästheten. Beim Kauf eines Gegenstandes ist suay ein wichtiges Kriterium. Das rein Äußerliche ist oft viel wichtiger als der funktionale Nutzen (bei Gegenständen) oder die inneren Qualitäten (bei Menschen). Beispielsweise wird während den Nachrichtensendungen im Fernsehen gerne auf die äußerliche Erscheinung der Moderatoren geachtet, die vermittelten Informationen hingegen spielen dabei manchmal eine untergeordnete Rolle.

Sanuk bedeutet „Spaß haben”. Alles, was man tun kann, wird danach beurteilt, ob es Spaß bringt. Was nicht sanuk ist, unterlässt man, wann immer es geht. Manchmal muss man Dinge tun, die nicht sanuk sind – dann aber geht es um die Frage, wie man das Unvermeidliche mit etwas sanuk würzen und damit angenehmer machen kann.“

Spass haben! Klingt gut!

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Thailänder schon nicht das hohe spirituelle Niveau erreichen, das Dostojewksi in seiner Novelle so wunderbar beschrieben hat. Aber der grosse Unterschied ist, dass wir es hier mit einer gesellschaftlichen Realität des 21. Jahrhunderts zu tun haben, während Dostojewksi sozusagen nur träumte.

Und du findest es gerade gut, dass die Thais auch so modern sind wie z.B. in der schönen Stadt Chiang Mai.

Ja, da gibt es alles was man sich so wünscht. Und trotzdem ist die universelle Freundlichkeit und die Philosophie der Freiheit vorhanden und spürbar. Es ist einfach wunderbar!

Du hast ja auch Blogs darüber geschrieben und Videos gemacht.

Ein Beitrag handelt von der magischen Stadt Pai im Norden, und einer von der Thailändischen Lebensphilosophie. Die kann man sich mit den Links reinziehen.

Zusammenfassung?

An verschiedenen speziellen Orten in Thailand findet man eine wunderbar freundliche Grundstimmung, und darüber hinaus eine erquickliche internationale Mischung von inspirierten Menschen. Das Lebensgefühl ist positiv, das Lächeln ist überall. Die Wirtschaft funktioniert, und es herrscht ein Gefühl der Fülle.

Ok, das ist sehr schön.

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