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Zwei Tagebuch-Einträge 
Samstag Abend, Lagoa de Albufeira
Wir sitzen im Restaurant oberhalb unseres Parkplatzes und haben gerade ein Abendessen genossen. Heute war ein herrlicher Tag mit viel Natur. Wir frühstückten im Freien und machten anschliessend eine kleine Wanderung durch die Sand- und Lagunen-Landschaft. Herrlich! Wir hatten von ferne eine ganze Gruppe auf Standup-Paddeln gesehen und wollten vom gleichen Sandhügel runterrutschen wie sie. Doch das Wasser war viel zu tief! Den ganzen Tag Sonne! Ich machte kleine Reparaturen am Velo von Christineli, und später suchten wir Holz für das abendliche Feuer. Was für ein Leben! Das Feuer war noch grösser als gestern. 

In dieser Natur vergass ich meine Projekte und Berufungen und hatte einfach Spass an den Elementen.

Morgen ziehen wir weiter, aber es ist noch nicht klar wohin…

Montag Abend, Sines

Wir sind ein erstaunliches Team. Gestern fuhren wir den ganzen Tag durch Regen und erreichten an einem Tag Setubal in einer Entfernung von ca 40 km. Wir wählten eine kleine Strasse auf unserer Navi, um in der Nähe des Meeres zu bleiben. Allerdings landeten wir zwischendurch auf einer echten Schlammstrasse. Wir sangen das Serengeti-Lied, während wir durch die Pfützen rumpelten.

Schon am Morgen hatten wir ziemlich Verspätung: Das taraditionelle Sonntags-Frühstück mit anschliessendem Cappucino im Restaurant zog sich hin. Dann startete das Womi nicht, und wir hatten somit Gelegenheit, mit jungen Surfer-Portugiesen Kontakt aufzunehmen, die uns mit dem Überbrückungskabel aus der Patsche halfen.

Schliesslich fanden wir besagte Schlamm-Strasse und dann einen Ort hoch über dem Meer für die Mittagspause. 

Eine atemberaubende Küstenstrasse, etwa 300 m über dem Meer, führte uns nach Setubal hinunter, es war schon ca 16 Uhr. Ich teilte Christina schliesslich doch mit, dass das schon bekannte rote Lämpchen blinkte. Wir wussten aus einer vagen Erinnerung, dass es an Kühlwasser fehlt, und dass irgendwo ein entsprechender Tank zu finden ist. Ein Tankwart bestätigte uns, dass gewöhnliches Wasser in Ordnung ist. Wir fanden den Tank unter dem Mittelmotor – das bedeutet: Beifahrer-Sitz hochklappen, schwere Klappe öffnen und zu zweit festhalten. Die Markierung für das Wasser ist fast nicht zu erkennen, und auch der Wasserstand nicht. Schliesslich schafften wir es mit zwei Taschenlampen und unter beträchtlicher Anstrengung, das Wasser einzufüllen. Nicht zu viel bitte!

Wir standen an einem öffentlichen Parkplatz in der Nähe das Hafens und hatten keine Pläne mehr.

Am Morgen ging es gleich heiter weiter: Ausserhalb des Parkplatzes stellte ich den Motor kurz ab – und er sprang nicht wieder an. Wir standen relativ eng an einer Einbahnstrasse, aber Christina gelang es, einen älteren Herrn zu motivieren für eine weitere Überbrückung. Es funktionierte!

Wie kann sich die Batterie so schnell entladen? Ist sie nicht mehr in Ordnung?

Wir fuhren los und sprachen nicht mehr darüber – einfach Richtung Sines, an der Küste.

Wir kamen ca. 12.30 Uhr an und hatten sofort einen guten Eindruck. Nach einem herrlichen Kaffe am Meer, der von Regenschauern unterbrochen wurde, ging die Suche nach einer Werkstatt los. Wir setzten sämtliche Apps, Google-Maps, Navi etc. ein und fanden einen „Pereira“ im Ortszentrum. Wir fuhren hin – da gab es nur enge Gassen, aber keine Werkstatt.

Später fanden wir dann den Weg ins Industriequartier. Nach zwei Absagen von Mechanikern wegen Überlastung sahen wir an einer Ecke ein Schild: Pereira! Da ist er, riefen wir!

Jedoch auch Pereira war überlastet und zeigte uns den Weg zu weiteren Werkstätten. Bei der letzten Garage hatten wir Erfolg, nachdem Christina vom Fortschritt der Verhandlungen mit eindrücklichen Gesten gekündet hatte. Das hab ich spontan gefilmt.

Die Lösung ist Folgende: Die Motorbatterie ist in Ordnung. Es gibt spezielle Hebel, die die Motorbatterie mit der Wohnbatterie verbinden. Das erklärte uns der Mechaniker in perfektem Portugiesisch. Wenn man die Hebel entsprechend umstellt, kann kein Strom mehr von der Motorbatterie angezapft werden. Bisher ging das immer ohne, aber nun haben wir es uns gemerkt!Nun sitzen wir in der Stadtbibliothek von Sines, es ist angenehm hell, warm, und wir geniessen einen grossen Tisch und das Internet. Wie wunderbar!

Rolando sägt Holz fürs Feuer am Lago:


Rückschau auf Lissabon, die berühmte Brücke, die feinen Sahne-Küchelchen und die Landschaft in der Nähe

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