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Granada, Kälte-Einbruch mit Regen, Orgiva, Wäsche waschen mit Parkplatz-Abenteuer, Tankdeckel-Befürchtungen, GPS-Überraschungen, Standplatz, Hingebungs-Singen mit Kirtan,

Wieder einmal ein lustiger und gleichzeitig inspirierender Tag:

1.Start in der kalten Höhe über Granada
2.Irrfahrt zur Waschstation mit Kauf von Lanjaron-Wasser
3.Autobahn Richtung Orgiva mit Tankdeckel-Befürchtungen
4.Caballo Blanco verpasst, dafür Parkplatz in Orgiva
5.Während der Siesta Entdeckung von „Orgiva Consciente“: Kirtan-Singen
6.Chai im „Baraka“
7.19 Uhr: Kirtan

Orgiva ist eine Entdeckung. Ca. 50 km südlich von Granada in den Alpujarras gelegen, scheint es ein kulturelles Zentrum zu sein. Wir kamen hier am frühen Nachmittag an, und bereits einige Stunden später sind wir mitten im Geschehen mit begeistertem Singen in einer Gruppe von ca. 40 Menschen.
Aber vorher gab es bereits überraschende Abenteuer, und gottlob ist der Tankdeckel noch drauf!
Ich erzähle von vorne:

1.Start in der kalten Höhe über Granada

Morgens um 8 erwachten wir bei beträchtlicher Kälte auf der Höhe über Granada. Glücklicherweise ging unsere Heizung, die oft bei Kälte nicht zündet. So war unser Womi in kurzer Zeit von 8 auf 20 Grad geheizt, und wir konnten unser Müesli geniessen. Hauptthema vor der Fahrt nach Orgiva: Wäsche waschen.

2.Irrfahrt zum Waschsalon mit Kauf von Lanjaron-Wasser

Ich hatte einen Waschsalon gegoogelt, der etwas ausserhalb in der Nähe der Autobahn liegt. Mit Google Maps-GPS verirrten wir uns nur einmal, und auf der grossen Ausfallstrasse sah Christina plötzlich einen Waschsalon angeschrieben. Parken unmöglich. Ich erspähte eine CEPSA-Tankstelle jenseits der Kreuzung. Dort gab es Platz, und der Chef erlaubte uns netterweise, dort eine halbe Stunde zu stehen. Während Christina zum Waschen sprintete, kaufte ich schon mal was im Laden. U.a. eine ziemlich teure Flasche Trinkwasser aus Lanjaron. Damit der Chef sehen konnte, dass wir auch was kaufen. Ich hatte sowieso schon angekündigt, dass wir dann auch tanken würden.
Das Waschen dauerte natürlich länger als eine halbe Stunde, mit dem Tumblern. Aber es gelang!

3.Autobahn Richtung Orgiva mit Tankdeckel-Befürchtungen

Wir waren nur kurze Zeit auf der Autobahn, da kam es mir in den Sinn: Habe ich den Tankdeckel aufgeschraubt? Es gab keine Möglichkeit zum Anhalten, und ich erzählte Christina lieber nichts von dieser Befürchtung. Nicht grundlos! Denn vor einigen Tagen hatte ich nach dem Tanken den Deckel schlecht aufgeschraubt, und das führte zu kleinen Verwicklungen, die ich ein andermal erzähle. Jedenfalls war mir nun einfach entfallen, ob ich den Deckel aufgeschraubt hatte. Er ist antik, und wahrscheinlich nicht mehr zu kriegen.
Nach mehr als 20 km konnte ich endlich halten: Der Deckel war da! Uff! Nun erzählte ich auch meiner Co-Pilotin davon. Es gab was zu lachen!
Beim Weiterfahren rief Christina plötzlich: Die Schiebetür hinten ist offen! Tatsächlich. Ist noch nie passiert! Und beim Kontrollieren entdeckten wir, dass die schöne Flasche Lanjaron-Wasser verschwunden war. Gottlob hatte Christina inzwischen eine 6 l hervorragenden Wasser gekauft – ebenfalls aus Lanjaron, aber wesentlich billiger. Als wir dann durch Lanjaron fuhren auf dem Weg nach Orgiva, stellten sich zahlreiche Assoziationen ein.

4.Caballo Blanco verpasst, dafür Parkplatz in Orgiva

Von Freunden hatten wir verschiedene Tipps bekommen, wo wir mit dem Camper gut übernachten könnten. Ein Geheimtipp: Caballo Blanco. Ich hatte den Ort auf Google Maps gefunden, mit Fotos: Ein Pferdegestüt! Ich wollte Christina eine Freude machen. Wir hatten die Vorstellung, bei dem regnerisch-kalten Wetter den Nachmittag im Womi zu verbringen und an unseren Projekten zu arbeiten.
Einige km vor Orgiva sollten wir links abbiegen: Eine sehr schmale, steile Lehmstrasse. Noch ca 6 km zum Caballo Blanco…
Spontan entschlossen wir uns, dort nicht hinauf zu fahren, es sah etwas gefährlich aus. Stattdessen: Auf nach Orgiva!
Wir waren vor ca. 5 Jahren schon mal in diesem Ort und hatten ihn als Hippie-Zentrum in Erinnerung.
In Orgiva sahen wir einen Wegweiser zum „Parking Municipal“, zum Parkplatz der Stadt, und fanden dort in parkähnlicher Umgebung einen schönen Platz. Zeit für ein Lunch und eine kleine Siesta.

5.Während der Siesta Entdeckung von „Orgiva Consciente“: Kirtan-Singen

Während Christina noch schlummerte, suchte ich in Facebook nach Orgiva und fand eine Gruppe „Orgiva Consciente“ – bewusstes Orgiva. Ich entdeckte, dass eine Gruppe von Leuten in Orgiva ein Zentrum betreibt: La Fuente (die Quelle). Dort sollte am Abend um 19 Uhr ein Kirtan-Singen stattfinden.

Ich definiere hier Kirtan in Anlehnung an die englisch-sprachige Wikipedia:
Kirtan ist ein Ruf-und-Antwort-Gesang oder Chant. Mehrere Sänger singen oder rezitieren eine Geschichte oder drücken liebevolle Hingabe an eine Gottheit aus. Beim Kirtan kann spontan getanzt werden, und die Emotionen dürfen frei ausgedrückt werden. Viele Kirtan-Darbietungen wollen das Publikum einbeziehen. Die Hörer wiederholen meist die Strophen der Sänger.

Wir kannten Kirtan von unseren Indien-Reisen, mit einer besonderen Erinnerung an rauschhafte Gesänge im Krishna-Tempel in Vrindavan, Nordindien.

6.Chai im „Baraka“

Ich hatte, wiederum mit Google, entdeckt, dass La Fuente keine 300 m von unserem Parkplatz entfernt war. Ausserdem sah ich auf der Karte ein Lokal „Baraka“.
Dort kehrten wir nach unserer Siesta zu einem köstlichen Chai ein – so richtig marokkanisch sah es aus in dem Lokal, und viele heitere und inspirierte Leute waren drin. Junge Familien mit köstlichen kleinen Kindern, die miteinander spielten. Ich hatte in meinem Tagebuch folgenden Eintrag gemacht:

Wunderbar angekommen auf dem Parking Municipal von Orgiva, seit zwei Stunden in der Teestube, köstliches Publikum; nachher gibt’s Kirtan im Zentrum „La Fuente“. Auf den ersten Blick genau der richtige Ort für uns…

Nicht viel gemacht, aber eine gute Zeit genossen. Viel inspiriertes internationales Volk

Wir blieben über 2 Stunden, arbeiteten an unseren Computern, genossen den würzigen Chai und wanderten schliesslich zur „Quelle“.

image1

7.19 Uhr: Kirtan

Vor der Fuente standen einige ältere Spanier und Spanierinnen. Wir dachten, dass die sicher nicht hineingehen würden. Aber sie gingen doch! Der Raum war noch leer, mit einem Stuhlkreis und Sitzkissen in der Mitte. Die Leute strömten herein, und wir wunderten uns über das Publikum: Geschätzt 70 % Spanier, Alter meist 50 oder darüber, mit einigen jungen Leuten. Eigentlich nicht hippie-mässig.

Nun sollte die Gruppe Bhavana uns also zum Singen animieren: Narayani und Mat, ein Ehepaar aus England. Die beiden leben seit ca 6 Monaten in Orgiva.
Und sie animierten uns! Narayani hat eine wunderbar kräftige Stimme. Die Chants waren einfach, und oft konnten wir mit Ruf und Antwort einfach alles nachsingen. Hier ein sehr schönes Video von den Beiden auf Youtube!
Die beiden bieten jeweils einmal im Monat gratis dieses Singen an. Die Spenden gehen alle an das Haus „La Fuente“.
Wir sangen uns in Begeisterung hinein! Bald tanzten einige im Saal herum, wir untermalten das Singen mit Klatschen, die Trommeln von Mat rissen uns mit, und Narayanis Hingabe und ihr volles Timbre erzeugten einen Fluss der gemeinsamen Freude. So schön! Fast zwei Stunden waren wir zusammen, und am Schluss hatten wir noch Gelegenheit, mit Narayani uns kurz auszutauschen. Sie fliegen nun nach England und bieten dort Workshops und Konzerte an. Man kann bei Narayani auch Einzelstunden nehmen, siehe ihre Webseite.
Wir beschlossen den Abend mit Tortillas und Spiegeleiern auf dem schönen Parkplatz. Es ist 23:20, und allmählich will ich zum Schluss kommen. Morgen soll es wieder schöner werden, und ich bin gespannt, wie uns Orgiva noch überraschen wird…

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Ein Kommentar zu “Begeistertes Singen am Ende des Tage

  1. Vielen Dank Rolando für diesen sehr schönen Bericht. Wir haben Goa hinter uns gelassen. Vermutlich werden wir nicht noch einmal dorthin gehen. Davon vielleicht ein ander Mal Wir sind mittlerweile in Süditalien unterwegs mit unserem WoMo. Gerade haben wir die Gargano-Küste erkundet. (Der Sporn am italienischen Stiefel) und wollen noch weiter bis zur Fußsohle (-: Wenn ich mal gute Internet Verbindung habe poste ich Bilder auf fb Wie macht ihr das in Spanien? Habt ihr eine SIM Karte gekauft ? Ganz herzliche Grüße an euch zwei Co&Ro

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