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Christina und Rolando über das inspirierte Älterwerden

Inspiriertes Älterwerden

Gespräch mit Christina nach dem Frühstück

Der Austausch mit Christina ist am wichtigsten für mich. Wir haben uns in all den Jahren immer auch als Freunde bezeichnet, als beste Freunde. Und wir waren in diesen Jahren auch immer ein Team mit unseren Kursen und Vorträgen. An diesem Morgen kommen wir ins Philosophieren, ich nehme das Gespräch auf. Hier ist das Resultat:

Christina: Wir sollten fünf essentielle Punkte finden für das inspirierte Älterwerden.

Rolando (lacht): Also, was sind deine fünf Punkte? Ich habe ja schon eine ganze Liste in den Kapiteln: Der Lebensrückblick, das Vermächtnis, die Fähigkeit, mit sich allein zu sein.
Da haben wir schon die Themen.

Christina: Das sind sicher interessante und sinnvolle Themen. Aber damit bin ich noch nicht eine inspirierte Älteste. Für mich ist die Körper-Wahrnehmung zentral. Der Körper kann eine Einschränkung sein. All diese Themen: Runzeln, Dick-Werden, Glieder-Schmerzen.
Vor allem für mich sind das Themen. Deine Runzeln stören mich keinen Deut!

Rolando: Oh, danke!

Christina: Aber wenn ich auf einem Foto sehe, dass meine Arm-Muskeln schlaff sind – o weh! Das ist für mich nicht so einfach.

Rolando: Das ist das Thema der Verluste. Der Verlust der Schönheit wird immer wieder von Frauen erwähnt. Körperliche Abbau-Vorgänge finden statt.

Christina: Die Vitalität kann schwächer werden.

Rolando: Man spürt es vielleicht beim Wandern oder beim Skifahren. – Für mich ist aber die Inspiration wichtiger. Wichtiger ist die innere Gegen-Kraft.

Christina: Was ist für dich Inspiration?

Rolando: Die Fülle des Lebens, die Freude. Die freudige Anwesenheit im Augenblick. Die Liebe. All das. Die Glückseligkeit. All dies ist stärker als der Verlust. Es gibt zahlreiche Beispiele von Menschen, die bis zu ihrem Tod diese Inspirationen beibehalten haben. Wenn wir das Bewusstsein dafür entwickeln, dann können wir diese Fülle leben. Es ist auch eine Frage der Übung. Für mich ist natürlich auch immer wieder meine Arbeit eine Inspiration: Mein Buch, meine Projekte, meine Ziele.
Das kann auch die Musik sein, oder die Sozialkunst, die Pflege der Freundschaften. Diese Faktoren inspirieren mich, ich gestalte sie bewusst. Und bei dir? (lacht)

Christina: Ich bin schon mehr körperbezogen. Für mich ist der Körper das Vordergründigste. Natürlich ist die Beziehung, ist die Liebe sehr zentral. Sie ist an erster Stelle. Dann kommen die Familie und die Freunde. Das ist bei uns alles sehr schön. Beim Körper ist die Kraft und Beweglichkeit sehr wichtig, deswegen mache ich auch Yoga. Und es ist sehr gut, wenn man keine Schmerzen hat.
Bei mir ist die Inspiration am ehesten im Geistigen angesiedelt. Ich werde mir der Kraft des „I am“ bewusst. Von daher kann ich die anderen Ebenen durchdringen – die psychische und die körperliche.

Rolando: Kannst du das „I am“ noch näher erklären?

Christina: Ich bin ja alles das nicht. Wenn ich nicht mehr so flexibel bin, nicht so viel Kraft habe, dann bleibt immer noch die Essenz von mir. Wenn ich keine Beziehung mehr habe, wenn ich alles verliere, dann bleibt immer noch die Essenz. Alle diese Faktoren sind schliesslich Äusserlichkeiten, die wegfallen können. Ich habe das Bewusstsein, dass ich all das nicht bin, dass ich viel mehr bin, dass ich etwas Ewiges bin. Aber ich lasse auch zu, dass dieses Bewusstsein nicht ständig vorhanden ist. Dass ich auf der Ebene meiner Arbeit auch abhängig bin von Erfolgen und von Resonanz. Das berührt meine Psyche.
Auf der geistigen Ebene ist das „I am“ das Wichtigste.
Das zweite ist, dass ich loslassen kann; dass ich Ideen loslassen kann. Dass ich kreativ bleibe, auch wenn es irgendwo hapert. Kreativ, aber nicht oberflächlich.

Rolando: Da haben wir schon essentielle Punkte von dir. Die Ich-Essenz, die Erleuchtung, die Verbindung mit dem höheren Selbst. Die Verbindung mit der Ewigkeit. Das ist die Grundbotschaft meines Buches. Vielleicht habe ich es noch nicht klar genug gesagt, aber ich spreche doch immer wieder darüber.
Es ist auch mein eigener Prozess. Gerade durch die Gespräche, z.B. kürzlich mit Bastian und jetzt auch mit dir, werden diese essenziellen Themen immer wieder bei angekickt. Gerade als ältere Menschen haben wir die wunderbare Gelegenheit, den Fokus zu halten. Wir können das kultivieren; es ist immer wieder eine Praxis. Immer wieder realisieren wir die Bedeutung des Bewusstseins, des „I am“. Es ist grösser als alles andere. Sogar grösser als die Beziehung.

Christina: Ich habe am Anfang gesagt, dass es für mich nicht einfach ist, weil der Körper etwas so Zentrales ist.

Rolando: Dein Körper ist sehr gesund. Kein Anlass, grosse Verluste zu empfinden. Machmal gibt es Gliederschmerzen. Du interpretierst es so, und es ist am wichtigsten, wie du es interpretierst.

Christina: Ich will den Körper auch unterstützen, damit sich Disharmonien wieder auflösen. Sie haben sich ja über die Psyche manifestiert. Der Körper wird nicht krank, wenn nicht vorher etwas in Disharmonie war.

Rolando: Wahrscheinlich.

Christina: Ich weiss nicht. Vielleicht stimmt diese Theorie gar nicht. Diese Interpretation ist heute üblich.

Rolando: Ich bin manchmal skeptisch in diesen Fragen: Kausalitäten herzustellen. Ich glaube, dass man auch wie zufällig von einer Krankheit getroffen werden kann.

Christina: Ich kann als Möglichkeit, als Potenzial, über meinen Geist den Körper beeinflussen. Mit meinem Bewusstsein. Das andere wäre unbewusst: Wir vergiften nicht bewusst unseren Körper. Die Bewusstheit ist viel stärker als das Unbewusste. Darum suche ich nicht nach Kausalitäten. Darin verlieren sich viele Menschen: Warum tut mir der Daumen weh? Ich kann nicht mehr richtig zugreifen. Was heisst das? Aha, ich packe meine Sachen nicht richtig an, bla bla bla!

Rolando (lacht)

Christina: Das kannst man alles, voll easy, so interpretieren. Was nützt es?

Rolando: Über das Manifestieren habe ich auch mit Bastian gesprochen. Dass man bis in die körperliche Ebene etwas manifestieren kann. Vor allem aber auf der mentalen Ebene. Ich kann meine Stimmung selbst beeinflussen, wenn ich ein wenig übe und die entsprechenden Methoden kenne. Ich kann immer wieder die Freude manifestieren, oder die Motivation. Ich kann meditieren, ich kann meine Lach-Praxis einsetzen. Das bringt mich in die freudige Bewusstheit hinein. Ich lande in einer anderen Dimension des Übermuts, dort ist sehr viel möglich! Andere nennen es die Dimension des höheren Selbst. Für mich ist das höhere Selbst immer mit der Lebensfreude verbunden. Es ist die Dimension der Erfüllung. Wenn wir sie erleben, dann hat das Auswirkungen, auch auf den Körper. Aber ich analysiere es nicht, ich mache keine kausalen Ableitungen. Ich will in diese Details nicht eintreten. Ich spüre es, bei mir ist es einfach so in den letzten 20 Jahren.
Und natürlich bewirkt auch die grosse Liebe zwischen uns soooooo viel!

Christina: Du hast natürlich auch noch ein anderes Tool: Dass du bestimmte Themen einfach ausblendest oder nicht beachtest. Du behältst dir ein Bild von dir. Das hast du kürzlich sehr treffend gesagt, bei einem Kommentar von mir. „Ich lasse mir dieses Bild von mir nicht nehmen“.

Rolando lacht ausgiebig, beide lachen.

Rolando und Christina: Klar.

Rolando: Es gibt auch ein „Immer-wieder-sich-neu-Erfinden“. Ein Erneuerungsprozess, in dem man auch vergangene Identifikationen vergessen kann. Das spüre ich in der letzten Zeit, durch die Interviews: Ich verändere mich. Ich spüre mehr innere Freiheit, Unabhängigkeit im höheren Selbst. Das Alleine-Sein, ohne einsam zu sein. Die Unabhängigkeit von Beziehungen. Ich übe das immer wieder. Ich will auch von meinen Projekten unabhängig sein. Brauche ich das eigentlich? Brauche ich es, dieses Buch zu schreiben? Brauche ich die guten Feedbacks? Mache ich es wegen der Feedbacks? – Natürlich geniesse ich gute Feedbacks. Aber trotzdem übe ich das Nicht-Tun. Immer wieder loslassen, wie du gesagt hast.

Christina: Beim Klavier-Spielen gelingt dir das gut.

Rolando: Ja…und es ist auch eine Entdeckung, da ich nun dieses Klavier habe! Im Sinne der Neu-Erfindung. Ich habe plötzlich wieder ein Klavier nach langen Jahren. Es ist wie eine neue Welt.
Ich habe eine andere Beziehung zum Klavierspielen als damals. Die Wieder-Entdeckung der Klassik, die Praxis der Improvisation. Die Selbst-Ermächtigung, dass ich alleine improvisieren kann. Oder ich setze Tricks ein wie künstliche Rhythmen.

Christina: Ich habe eine Doppelnatur. Ich höre tolle Raps, die mich begeistern, aber ich mache nichts dafür. Es könnte noch mehr Intensität in meinem Leben geben. Ich könnte die Zeit noch besser nutzen, oder?

Beide lachen

Christina: Es ist so, wie wenn du mit Youtube Häkeln lernen wolltest. Es ist besser, wenn es dir jemand persönlich zeigt. Ich hätte mir längst was auf der Ukulele zeigen lassen können, ich kenne entsprechende Freunde, wegen des Anschlags. Ich hätte mir etwas organisieren können.
Ich hätte manchmal Lust, rauszugehen, in die Stadt zu gehen. Aber dann kommt eine gewisse Faulheit. Das habe ich eher, wenn wir zusammen sind. Wenn ich allein bin, bin ich aktiver, rühriger. Der Leer-Raum um mich herum ist dann etwas anderes. Wenn jemand da ist, dann ist der Raum nicht leer. Das ist ein grosser Unterschied.
Dies also zum „Inspiriertesn Älterwerden“. Ich will mein Leben selbst erfüllen, viele Erfahrungen machen. Die Erfahrung kann auch im Nichts-Tun liegen. Aber nicht aus Lethargie, sondern bewusst. Ich würde vielleicht in eine Hütte gehen.
Ich würde gerne ausprobieren: Wie geht es mir, eine Woche lang alleine in einer Hütte? Ohne Internet, ohne Ablenkung? Oder ein paar Tage wandern mit meinem Lieblings-Hund? Das ist ein Bild für dieses „Hinaus-Gehen“. Den Mut haben, loszuziehen! Das gehört für mich zum inspirieren Älterwerden.

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Rückblick auf das Event vom 29.12.

Rückblick auf das Event der inspirierten Älteren

  1. 12. 2018 in Ins, Schweiz

Motto für das Treffen: Wie werde ich zum Energie-Beweger?

Wir trafen uns im Chartres-Labyrinth des Schlössli Ins. Wir gingen, jeder für sich, schweigend ins Zentrum. Dort verwandelten wir uns in Energie-Beweger, begannen zu singen, und hüpften beschwingt wieder aus dem Labyrinth heraus.

Im Kursraum berichtete Rolando von seinem Buch-Projekt und betonte die Wichtigkeit der Pflege von Freundschaften.

In dem anschliessenden Sharing erzählten wir uns gegenseitig von unserem inneren Prozess auf dem Weg zum Energie-Beweger. Es war sehr bewegend und ermutigend!

Nach diesem sehr schönen und innigen Treffen sprachen wir auch über die Möglichkeit, lokale Gruppen von inspirierten Älteren zu gründen.

Rolando’s Rückblick:

Ein Text inspirierte uns besonders (aus dem Buch „From Age-ing to Sage-Ing“, von Zalman Schachter-Shalomi):

Ältere Initiationsriten trennen formell unsere Bindungen an die Ziele des mittleren Lebens und ersetzen sie durch die Freiheit und die grösseren Themen der Ältesten. In einer Zeremonie, an der Familie und Freunde teilnehmen, feiern die Japaner zum Beispiel ihren 60. Geburtstag, indem sie spezielle rote Gewänder tragen, die ihren neuen Status als Älteste verkünden. Die Kleidung weist auf Befreiung von sozialen Verpflichtungen und auf die Rückkehr zur Unschuld und Freiheit der Kindheit hin. 

In der jüdischen Tradition gibt es eine Zeremonie, um die Hochzeit des letzten Kindes zu feiern. Die Zelebranten bilden einen Kreis um die Mutter, die in der Mitte auf einem thronartigen Stuhl sitzt. Dann setzen sie ihr eine goldene Papierkrone auf und tanzen um sie herum. Sie singen triumphierend: „Spielt, Musiker, spielt, und macht einen fröhlichen Klang! Tanze, Tante und Onkel, tanze um Mama herum, die ihre Arbeit beendet hat. Der/die jüngste ist verheiratet, ja, der/die jüngste ist verheiratet!“ Diese freudige Zeremonie erkennt an, dass die Geburts- und Erziehungszeit einer Frau erfolgreich abgeschlossen ist, dass sie Respekt verdient für diese Leistung und den Beginn ihrer Weisheitsjahre. Wenn wir Lebenspassagen wie in diesen beiden Beispielen ritualisieren, stärken wir öffentlich unser Engagement, auf neue Weise zu wachsen.

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Event 29. 12. in Ins

Meine Sammlung zum Inspirierten Älterwerden befindet sich hier.

Event 29.12. 2018

Das Event findet statt! Hier ein Video zur Inspiration, im Labyrinth von Rolando spontan gedreht. Weitere inspirierte Menschen sind willkommen!

Einladung zum Thema „Das Jetzt kennt kein Alter“! – und trotzdem: Ein Jahr geht zu Ende, ein Neues beginnt.

Erfrischende Erfahrung im Labyrinth mit Reflexion zum Jahresausklang und Inspiration für das Neue Jahr.

Inspirierte Ältere kommen zusammen!
Ab 50 bist du qualifiziert!

Termin: Samstag, 29. 12. 2081, 14 bis 17 Uhr

Orte: Rosenhofpark und Bärwolfhaus, Schlösslin Ins, 3232 Ins

Wir treffen uns kurz vor 14 Uhr im Eingangsbereich des Rosenhofs (Kirchrain 25 in Ins). Das wunderbare Labyrinth im Park entspricht exakt dem Labyrinth der Kathedrale in Chartres.
Anschliessend spazieren wir zum Bärwolfhaus, ca 200 m entfernt.
Dort werde ich musikalische und philosophische Anregungen geben.
Danach tauschen wir uns im Kreis aus.

Beitrag: 30.- Fr/ Bei zwei Personen, gemeinsam 50.- Fr.
Frühbucher-Rabatt bis zum 20. 12. 2018: 5 Fr. pro Person.
Anmeldeschluss: 27. 12. 2018

Bitte anmelden per Mail oder Telefon 079 654 5901; das Event findet ab 6 TeilnehmerInnen statt.

Ca. jede halbe Stunde gibt es einen Zug von/ nach Bern. Fussweg vom Bahnhof Ins zum Schlössli: Ca. 12 Minuten

Hier findest du das Exposé meines entstehenden Buches, incl. ein Video von mir.

Weitere Infos auf http://www.rolandojoy.net

Dieses Mail geht auch an Freunde, die wegen der Entfernung wohl nicht kommen können. Aber sie können jetzt und später auf der Webseite rolandojoy nachschauen, welche Inspirationen wo und wie herumschwirren :-), und vielleicht ein Video betrachten.

Nächster Termin für ein inspiriertes Treffen zum Thema Dritter Frühling: Save the Date: 06. 04. 2019. Ausserdem gibt es eine Lesung aus meinem Buch im Generationenhaus in Bern im April 2019. Infos werden folgen!

Rolando

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Bildschirmfoto 2018-12-12 um 20.01.40

 

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Exposé meines Buches

Inspiriertes Älterwerden – Das Jetzt kennt kein Alter

  1. Video
  2. Text

Exposé

Mein Buch ist eine Inspiration und ein Arbeitsbuch.

Ich praktiziere seit dem Jahr 2015 die Kunst des inspirierten Älterwerdens. Ich habe Gesprächskreise gegründet, die auch heute noch weiter zusammenkommen. Ich habe quicklebendige Ältere interviewt und bringe diese Gespräche in meinem Buch. Ich habe grundlegende Literatur studiert und fasse sie zusammen.

Mein Buch enthält zahlreiche Tipps, Übungen und Erfahrungsberichte.

Ich bringe mich auch persönlich ein, denn in einem Kreis von inspirierten Älteren wird die Kunst gepflegt, von sich selbst in der Ich-Form zu berichten.

Im Zentrum meiner Arbeit steht die Idee des „Ältesten“ – eines älteren Menschen, der eine gewisse Weisheit entwickelt hat und dadurch positiv und inspirierend auf seine Mitmenschen wirkt. Eines Menschen, der bewusst und freudig sein Leben geniesst und gestaltet.

Das Altwerden hat bei uns im Westen den Nimbus des Abgestandenen und Nutzlosen. Diesen Nimbus will ich umkehren und die positive Seite des Alterns betonen. Wir können die Welt inspirieren!

Wir haben als ältere Menschen mehr Zeit, müssen nicht mehr schreiende Kinder beruhigen, brauchen uns nicht dem Stress des Berufes aussetzen.

Vielmehr dürfen wir tun, was uns Spass macht: Reisen, Musizieren, Enkel verwöhnen, Bücher schreiben, Lachen, Singen, Tanzen, Gestalten, Malen, Gärten pflegen, Häuser umbauen, Zelte aufstellen.

Neuere Forschungen besagen, dass Altern umkehrbar ist. Sie weisen darauf hin, dass Altern zu einem grossen Teil ein mentaler Prozess ist, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung mit der Botschaft: Sicher werde ich jetzt immer schwächer, ich verliere meinen Schwung, ich werde nicht mehr gebraucht, ich sollte mich zurückziehen.

Wenn wir diese Prophezeiung umkehren, dann werden wir jünger! Das erlebe ich an mir selbst, und das habe ich im Gespräch mit vielen inspirierten Älteren gehört.

Der Untertitel „Das Jetzt kennt kein Alter“ steht im Zusammenhang mit der jahrhundete-alten Weisheit, dass es am meisten Freude macht, im gegenwärtigen Moment zu leben. Es macht nicht nur Freude, sondern es ermöglicht grosse Lebens-Fülle. Als ältere Menschen haben wir mehr Möglichkeiten, diese Fülle zu verwirklichen.

Ich schreibe auch über folgende Themen:

Der Bewusstseinsprozess des Älterwerdens

Ältere Menschen als Botschafter des Glücks

Auseinandersetzung mit Sterben und Tod

Vermächtnis für die Nachwelt

Lebensrückblick und Projekte

Belebung der Sozialkontakte und der Familie

Wir können mit Gleichaltrigen einen vertrauensvollen Gesprächskreis gründen. In dem Buch gebe ich Tipps dazu, und in der Zukunft werde ich Kurse zu diesem Thema anbieten.

Das Buch ist auch für Jüngere geeignet, denn Inspiration tut allen gut.

Mach dich also auf ins Land der Inspiration, der Lebensfreude, der genussvollen Anwesenheit im Augenblick!

Erfinde dich neu; nimm dir Zeit! Geniesse die Stille, das Nichts-Tun, die Freundschaften und Beziehungen!

Entdecke neue oder alte Potenziale und experimentiere damit!

Liebe dich selbst so wie du bist!

Betagt sein wird vertagt 

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Zwischenbericht Älterwerden

Zwischenbericht Inspiriertes Älterwerden

Im Jahr 2011 habe ich Folgendes geschrieben:

Die neue Zeit ist die Zeit des Jubels, des immerwährenden Jubelns, der Lebensfreude und Erfüllung. Diese Zeit naht sich in kräftigem Tempo, und sie ist schon da. Es ist die Zeit der nächsten Stufe der menschlichen Entwicklung. Sie beginnt beim Einzelnen, setzt sich fort in der Familie und Gemeinschaft, realisiert sich im Staat und breitet sich schliesslich auf dem gesamten Planeten aus.

Es ist die Zeit der ungezwungenen Herzenskultur. Jeder Mensch hört auf sich selber, lernt bei sich selber, wird zum sonnigen, zum befreiten Menschen. Die Religion der neuen Zeit ist eine Nicht- Religion, denn sie basiert auf dieser Freiheit jedes einzelnen. Somit ist auch keine Kirche, sind keine Rituale mehr nötig und möglich. Die neue Religiosität ist spürbar und verwirklicht sich in der Begegnung zwischen den Menschen, in der Einsamkeit der Natur, in den sozialen Gestaltungen.

Die Gesellschaft ist Ausdruck dieser Religion der Freiheit; ihre Einrichtungen – der Zins, das Kapital, die Schulen, die Politik – drücken den Geist der Freiheit und Liebe aus.

Heute, im Jahr 2018, gilt dies für mich immer noch in voller Fülle. Das Feld ist stärker geworden; immer mehr Menschen wachen auf, entdecken ihre eigene Freude, ihre Fähigkeit zum Glücklichsein.

Mein Projekt „Inspiriertes Älterwerden“ setzt meine Visionen von damals fort. Ich verfolge die Idee, dass ältere Menschen sich selbst ermächtigen zu Botschaftern des Glücks, dass sie sich zusammentun, dass sie in der Gesellschaft eine neue, inspirierende Aufgabe übernehmen.

Ich habe mit dem Projekt vor einigen Jahren begonnen; ich habe Interviews mit aufgeweckten Altersgenossen geführt. Diese Menschen zeigen, dass inspiriertes Älterwerden möglich ist. Dass es möglich ist, sich neu zu erfinden und die älteren Jahre sozusagen triumphierend zu gestalten.

Meine Leser und meine Kursteilnehmer sollen Menschen sein, die ebenfalls diese Vision einer neuen Zeit sehen, und die sich aktiv auf den Weg machen wollen.

Einer meiner philosophischen Inspiratoren, Werner Zimmermann, hat einmal gesagt: „Ich fordere das Höchste“.

Ich gehe einen Schritt weiter und sage: Ich lebe das Höchste.

Ich nehme damit auch Bezug auf Interviews, die mit Sterbenden in den letzten Jahrzehnten geführt worden sind. Ein weltweit beachtetes Buch stammt von Bronnie Ware: Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. Nummer eins dieser Themen war: „Ich wollte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben –  und nicht das Leben, das andere von mir erwarteten.“

Gerade hier liegt der Punkt! Deshalb erlaube ich mir, ein jubelndes Leben zu leben. Mit der roten Nase auf die Strasse zu gehen, andere zum Jubeln zu verführen, Life-Videos zu posten, mit steigender Begeisterung und ungehemmter Lust.

Das fünfte Versäumnis: „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

Dann sag ich: So ein Spass! Wonderfull! Geniesse, geniesse!

Du findest das aktuelle Manuskript plus einige ungeordnete Inspirationen hier: https://rolandojoy.net/die-narro-sophische-ausbildung/IMG_6236

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Inspiriertes Älterwerden

Inspiriertes Älterwerden

Betagt sein wird vertagt 

Ich werde langsam älter, ich gebe es zu. Mit Jahrgang 1948 bewege ich mich in eine Region, die man als „etwas älter“ bezeichnen darf. „Betagt sein“ habe ich vertagt.

Meinen 70. Geburtstag im September 2018 habe ich mit einem grossen Fest gefeiert. Die Inspirationen blühen und ich zelebriere mein Leben.

Mit dem Thema des inspirierten Älterwerdens befasse ich mich seit einigen Jahren. Seither organisiere ich Zusammenkünfte, lese entsprechende Bücher und tausche mich mit Freunden und Freundinnen aus.

Was ich von inspirierten Altersgenossen höre, ist etwa Folgendes:

„Ich bin ein Glückskind, und ich bin dankbar“.

„Ich lebe viel intensiver, da meine Lebensspanne kürzer wird“.

„Ich geniesse meine neue Freiheit“.

Ich habe die Idee des „Inspirierten Älterwerdens“ in unserem Paradiesesgarten verbreitet. In diesem Garten gibt es seit jeher eine schöne Konzentration von ungewöhnlichen älteren Menschen: Ein 95-Jähriger spielt noch ziemlich gut Tischtennis, ein 75-Jähriger jongliert gekonnt, und ältere Damen tänzeln in der Disco.

Aber wir haben auch behinderte Alte, die im Rollstuhl durchs Gelände rollen und uns anlächeln. Es gibt in diesem Biotop zahlreiche Familien, kleine Kinder, PhilosophInnen, gewöhnliche Menschen – ein buntes Gewimmel von bis zu 1500 Leuten an einem Sommer-Sonntag.

Im Zentrum meiner Arbeit steht die Idee des „Ältesten“ – eines älteren Menschen, der Weisheit entwickelt hat und dadurch positiv und inspirierend auf seine Mitmenschen wirkt. Eines Menschen, der bewusst und freudig sein Leben geniesst und gestaltet.

Das Altwerden hat bei uns im Westen den Nimbus des Abgestandenen und Nutzlosen. Diesen Nimbus will ich umkehren und die positive Seite des Alterns betonen. Wir können die Welt inspirieren!

Wir haben als ältere Menschen mehr Zeit, müssen nicht mehr schreiende Kinder beruhigen, brauchen uns nicht dem Stress des Berufes aussetzen.

Vielmehr dürfen wir tun, was uns Spass macht: Reisen, Musizieren, Enkel verwöhnen, Bücher schreiben, Lachen, Singen, Tanzen, Gestalten, Malen, Garten pflegen, Häuser umbauen, Jurten aufstellen.

Neuere Forschungen besagen, dass Altern umkehrbar ist. Sie weisen darauf hin, dass Altern zu einem grossen Teil ein mentaler Prozess ist, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Sicher werde ich jetzt immer schwächer, ich verliere meinen Schwung, ich werde nicht mehr gebraucht, ich sollte mich zurückziehen.

Wenn wir diese Prophezeiung umkehren, dann werden wir jünger! Das erlebe ich an mir selbst, und das habe ich im Gespräch mit vielen inspirierten Ältesten gehört.

In den USA schrieb Rabbi Zalman Schachter-Shalomi 1997 sein revolutionäres Buch „From Age-ing to Sage-ing“ (vom Alt-Werden zum Weise-Werden) und löste damit eine wahre Volksbewegung der älteren Generation aus. Es entstanden Institute für Weiterbildung in den verschiedenen Bereichen des Älterwerdens. Eine Autorin schrieb Bücher über die richtige Art, der Welt sein Vermächtnis zu hinterlassen, andere Autoren befassten sich mit der Gesundheit. Das steckte mich an.

Im Anschluss daran interviewte ich verschiedene Freunde über ihre Erfahrungen mit dem Älterwerden, und war sehr bewegt. Was für ein Reichtum, was für eine Positivität:

•Eine 77-jährige Dame machte mit 75 noch eine neue Ausbildung und  praktiziert das Gelernte bereits.

•Ein 75-jähriger Herr behält mit Jonglieren seine Leichtigkeit und stärkt seine Gesundheit.

•Eine Frau ist nach dem Tod ihres Mannes zu ganz neuen Ufern aufgebrochen.

Viele meiner Gesprächspartner betonten, dass sie als alte Menschen noch nie so viel Freiheit hatten wie heute.

Sicher können wir auch im deutschen Sprachraum eine „Volksbewegung der inspirierten Ältesten“ auslösen!

Das wird wunderbar, und es wird heilend wirken.

Besser noch am Lebensabend aufwachen

  als durchschlafen.

                  (Hinrich)

Ausgewählte Antworten auf die Frage: Was erlebst du mit steigendem Alter neu? Wie gehst du damit um?

„Je älter ich werde, desto frecher werde ich. Ich bin weniger scheu, ich ziehe mich nicht gleich zurück, ich habe nicht so Angst vor Ablehnung. Ich liebe mich mehr. Das ist schon sehr inspirierend. Ich habe gewisse Entscheidungen getroffen – z.B. vorwiegend das zu machen, wozu ich Lust habe. Ich habe wirklich mehr Raum unter den Flügeln, ich habe mehr Luft. Nach und nach sind alle diese Verpflichtungen weggefallen.

Die Lebensverpflichtungen haben mich sehr eingeengt und einen inneren Druck erzeugt, und sie fallen jetzt weg. Nun kann sich der Reichtum ausdrücken. Das ist sehr inspirierend.“

„Ich erlebe eine neue Lebensfreude im Alter – eine Erweiterung in jeder Hinsicht. Auch der Körper reagiert darauf: Er wird gesünder, beweglicher. Natürlich wird er auch älter, und da gibt’s auch Einschränkungen, die sich melden. Wenn ich mich aber viel geistig und körperlich bewege, dann wirkt sich das sehr günstig auf den Körper aus. Meine Gesundheit ist viel besser geworden. Ich fühle mich jünger und gesünder als in meiner Jugend und führe es darauf zurück dass ich 100 % Verantwortung übernommen habe für mein Leben. Für alle Themen, die in meinem Leben sind. Das ging nicht einfach nur so. Es steckt viel Arbeit, viel Disziplin, viel Weiterbildung dahinter, so dass sich das Ganze dann wandeln konnte.

Eigentlich kann es jeder selber schaffen. Man kann sich alle Hilfen holen. Heute gibt es so viele wunderbare Hilfen. Ich habe relativ jung schon mit Psychotherapie begonnen, weil ich eine schwierige Ausgangssituation aus der Jugend hatte. Ich habe mich dann weiter interessiert, denn alles hat sich ja sehr verändert. Es gibt so viele gute Therapiemöglichkeiten, da bin ich immer weiter gegangen. 

Ich war verheiratet, ich habe zwei Söhne. Nach der Trennung habe ich begonnen, mich aktiv für spirituelle Themen zu interessieren. Philosophische Themen haben mich schon immer angezogen, z.B. auch C.G. Jung. Die Spiritualität war neu für mich. Den Durchbruch habe ich in den 90er-Jahren gemacht mit Jack Spezzano.“