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Kleine narrosophische Fotosammlung

Dies ist eine kleine Sammlung der wunderbar künstlerisch verzierten narrosophischen Fotos für mein narrosophisches Büchlein.
A little collection of foolosophical artwork
Una pequeña colección de arte graciosófica

Fotos: Christina Fleur de Lys
Das Künstlerteam:
Que Zhinin/ Carmen Páez/ Mario Ramos
Cuenca, Eduador

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Südamerika – kleiner Rückblick

Unsere letzte grosse Reise führte uns 2012/ 2013 nach Spanien und Südamerika. Wir erlebten zahlreiche Abenteuer – es war ein beträchtliches Auf und Ab, im ganzen aber ein Höhenflug! Südamerika hiess uns ein einer Weise willkommen, wie wir es noch nie erlebt haben. Wir landeten am 19. Januar in Quito, Ecuador, und wurden von einer Lachgruppe am Flughafen mit Pauken und Trompeten empfangen. Wir waren fast immer eingeladen und besuchten unseren alten Freund Que Zhinin in Cuenca. Que verzierte unsere Fotos mit seinen Künstler-Freunden, und so entstand die Idee des narrosophischen Büchleins.

Wir wurden weitergereicht, empfohlen, bewirtet. In Argentinien waren wir über eine Woche lang eingeladen auf höchstem Niveau – mit Unterkünften in Luxus-Hotels, einer Reise mit Privat-Chauffeur zu den Iguazu-Fällen, mit Pressekonferrenzen zu den Themen Lachen und Quantenheilung.
Ein Tageskurs mit uns wurde in der Stadt Corrientes organisiert mit dem Thema „Glücklichsein ist eine Quantenaktivität“. Diesen Kurs hielten wir auch in Ecuador und Chile. Wir hatten einen Auftritt in der Radiostation „Conversando en Positivo“ der Universität von Chile, und die spanische Sektion von swissinfo.ch veröffentlichte einen Artikel über uns.
In Santiago de Chile tauchten wir erneut ein in die Welt des Lachyoga und liessen und vom dortigen starken Lach-Netz inspirieren. Christina gab in einem Kulturzentrum einen Kurs über Quantenheilung, der sehr gut besucht war.
Wir fühlten uns so wohl, dass wir schon unsere Rückkehr in die Schweiz in Frage stellten. Nicht wirklich! Denn inzwischen war ein Enkelchen geboren worden, und unser Schweizer Paradies lockte trotz allem. Aber es ist für uns klar, dass wir wieder nach Südamerika reisen wollen, dass dort eine neue Welt aufgeht.
Ich habe darüber ausführlich in meinen Blogs geschrieben; ich habe auch die spirituelle Gestalt einiger Länder untersucht (einschliesslich der Schweiz). Diese Texte sind zu finden auf meiner Blog-Seite http://www.rolandoblog.wordpress.com.
Artikel in Swissinfo (spanisch): http://www.swissinfo.ch/spa/sociedad/La_risa,_remedio_infalible.html?cid=35552082

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Ricardo und Ecuador

Ricardo Llorente ist ein wunderbarer Mensch. Wir sind bereits zum zweiten Mal bei ihm und seiner Familie in Guayaquil, Ecuador, zu Gast.
Er berichtet mir von seinen Manifestations-Künsten, erzählt von der Silva-Methode und erläutert, dass sie ganz nahe an den von Christina vermittelten Kenntnissen liegt. Hier ein Zitat von der Silva-Webseite: Die Silva-Methode ist ein von José Silva auf wissenschaftlicher Basis (Hirnwellenfunktion) entwickeltes Programm zur Erweiterung des Bewusstseins und zur Entspannung. Die Lehrmethode besteht aus der Vermittlung von praktischen Techniken, deren Einsatz zur Erreichung persönlicher Ziele führt.

Er hat viele Ziele erreicht und erzählt davon:

„Ich wünschte mir dieses Aute, einen Hyundai. Ein Freund hatte ihn mir angeboten, aber ich hatte das Geld nicht. Erst musste ich meinen Toyota aus dem Jahr 1994 verkaufen. Der war einwandfrei instand, mit neuem Motor und allen Schikanen. Ich sagte mir: Ich werde den Toyota verkaufen, aber ich werde keine Anzeige machen, keinen Zettel ins Fenster hängen. Es wird an unserer Tür klingeln, und jemand wird das Auto kaufen wollen“.
Ricardo berichtet, dass er einen Monat später einen Termin verpasste und zuhause blieb. Es klingelte an der Tür, und ein Nachbar stand an der Tür.
„Und weisst du: Wir leben in einer sehr ruhigen Nachbarschaft. Da kommt kaum jemand vorbei und sieht den Wagen“.
Ricardo konnte sein Auto an den Nachbarn verkaufen, und der Hyundai war auch noch zu haben.
„So funktioniert das“, strahlt er, „und solche Sachen habe ich reihenweise erlebt.“

In Südamerika scheinen die Glaubenskräfte noch gut zu funktionieren. Die Leute glauben an Gott, an ihre Zukunft, an ihr Glück. Und dann bekommen sie auch das, was sie sich ersehnen, nach dem schönen alten Satz „Suchet, und ihr werdet finden“.

Ricardo ist ein Lachtrainer mit Passion. Was hat er schon alles auf die Beine gestellt! Er arbeitet mit Firmen, er hat eine weltweite „Organisation der Lebensfreude“ gegründet, er hat sich mit einer Clowns-Stiftung zusammengetan und bekommt Unterstützung von der Regierung. Im Juni 2013 wird er einen grösseren Kongress organisieren.

Wir durften an seinem Lachclub teilnehmen. Wie die meisten Leser vielleicht wissen, ist ein Lachclub eine freiwillige, kostenlose Sache. Man versammelt sich in einem Park oder sonstigen öffentlichen Ort, und man lacht nach der Methode des Lachyoga. Das ist ganz einfach und macht sehr viel Spass. Wir kennen diese Methode seit vielen Jahren, aber immer wieder ist es anders, denn jedes Mal landen wir in der reinen Lebensfreude, verbinden uns mit dem Universum und mit unseren Mitmenschen und amüsieren uns köstlich.

Wir beide sind Ehrengäste an jenem Donnerstag, angekündigt als „grosse Meister des Lachens“, hahaha!
Etwa 25 Menschen aller Altersstufen erwarten uns im Park Kennedy, und wir werden mit grossem Hallo empfangen. Ich habe meine Ukulele dabei und lege sie bereit. Gemäss der Ankündigung auf Facebook sollen wir beide etwas beisteuern, aber im Auto verlieren wir kein Wort darüber.
Ricardo begrüsst alle und uns, und dann geht es los.
Wir steuern einige Lachübungen bei – u.a. das Rasenmäher-Lachen, das Handy-Lachen, das Elektrizitäts-Lachen. Christina kommt in Fahrt und leitet improvisierte Lachübungen, die es noch nie gegeben hat. Irgendwann hole ich die Ukulele, und wir singen, ziemlich falsch aber mit Passion, alle zusammen unseren Lieblingssong „Das Universum singt dir ein Lied“. Und weitere spanische Glücks-Songs. Die Stimmung steigt immer höher, und es entsteht ein einziges Lach- und Liebesfeld. Am Schluss posieren wir für hundert Fotos: Jeder möchte mit uns abgebildet sein.

Immer wenn wir mit Ricardo im Auto sitzen, philosophieren wir. Da haben wir genügend Zeit, denn eine Fahrt dauert eine Stunde oder mehr im Stossverkehr.
Auf einer dieser Fahrten erzählt er vom Politiker Jamil Mahuad der vor 12 Jahren von einem Tag auf den anderen alle Bankkonten gesperrt hatte. Die Menschen konnten plötzlich nicht mehr auf ihr Geld zugreifen, und eine grosse Krise entstand. Daraufhin machten sich Hunderttausende auf den Weg nach Europa, um Arbeit zu finden. Allein in Spanien lebten ca. 400000 Ecuadorianer.
„Nun haben wir die Krise in Spanien, und die Leute kommen zurück. Die Regierung von Rafael Correa hat ein Programm gestartet: Willkommen zuhause. Dieses Programm zahlt den Rückkehrern die Umzugskosten. Ausserdem bekommt jeder ein Startkapital, damit er sich einrichten kann.“
Man höre und staune!

Ricardo weiss sozusagen alles über die neue Spiritualität. Er hat sämtliche Bücher von Eckhart Tolle, hat dessen Postings abonniert und erzählt, dass Tolle neuerdings einen eigenen Fernsehsender betreibt.
Er kenn Deepak Chopra, Joe Dispenza und Gregg Braden, er hat die Quantenheilung anfänglich studiert. Er hat eine NLP-Ausbildung, er hat die Fortbildungen „Silva“ und „Insight“ gemacht. Und natürlich ist er ein absoluter Fachmann in Bezug auf das Lachen und seine Auswirkungen.
Kürzlich hat ihn die Fernsehstation „Codigos del Universo“ zum zweiten Mal interviewt.
Wir werden noch einiges zusammen machen und lachen! Er lädt uns ein, hier einen Intensiv-Kurs zu geben, und kommentiert: „Der Erfolg ist garantiert!“ (Das glauben wir sofort.)

Der Lachclub hat quantastische Auswirkungen: Als wir am Schluss noch in Gruppen beeinander stehen, äussert sich Christina über ihre Passion der Quantenheilung.
Kaum hat sie das gesagt, gibt es schon acht Leute, die am nächsten Tag in den Genuss einer solchen Heilung kommen wollen. Tatsächlich erscheinen sie um 11 Uhr, ein ansehnliches Grüppchen. Christina hält einen ausgiebigen Mini-Vortrag, und im Anschluss daran gibt sie individuelle Heilungen, die von der Gruppe quantenmässig unterstützt werden. Nicht nur die Quanten fliessen, sondern zu unserer Überraschung auch das Geld! So ein Spass!
Ricardo würde staunen: Wer nicht sucht, der findet 🙂

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Das narroso-phische Büchlein

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In seinem Büchlein fasst Roland Schutzbach schmunzelnd seine Narrosophie – eine unernste Weltphilosophie – zusammen. Sie kündet von der Begeisterung für das Leben, vom Lachen, vom Überschreiten aller Grenzen, von einem neuen Menschenbild und der Inspiration der Menschheit.
Das Büchlein ist mit inspirierten Kunstwerken ausgestattet. Fotos aus dem Leben des Narrosophenpaars Roland Schutzbach und Christina Fleur de Lys wurden von einem ekuadorianischen Künstlerteam herrlich verziert.
Das narrosophische Büchlein ist Vorläufer des internationalen Buches „Die Koalition der Freude“.
Die Beiträge und Spenden der Leser werden für die weitere Arbeit an diesem Werk verwendet.
Der narrosophische Stil ist ein lachender Stil voller Assoziationen, mit hymnischen Teilen und Visionen.

Aktuelle Infos zum aktuellen Projekt „Die Koalition der Freude“ auf dem Link „about“.
Das Büchlein zum Herunterladen sowie spannende Links dazu auf dem Link „Narrosophie“.

…..

Das Büchlein ist für Freunde gedacht, die sich wirklich interessieren. Bestellung mit Förderbeitrag ab 20 Fr. (oder gratis) an Förderverein für Weltphilosophie, Raiffeisenbank Bielersee, 3232 Ins, PC 25-5389-7,
IBAN: CH46 8083 3000 0075 4850 6
Clearing: 80833

Umfang 68 Seiten – mit acht farbigen Abbildungen.

Wer wirklich interessiert ist und das Geld nicht gerade senden kann, kriegt mein Büchlein auch gratis…bitte einfach zurückmelden bis Mitte Mai.

Erläuterung von Roland:

Auf unserer Reise durch Südamerika erlebten wir zahlreiche neue narrosophische Inspirationen. Wir wurden ein Teil des dortigen lachenden Netzwerks, wir gaben Kurse und nahmen an heiteren Kursen teil. Wir wurden unzählige Male eingeladen und genossen eine wunderbare Gastfreundschaft.
Diese Erlebnisse haben mich wieder zur Narrosophie zurückgebracht, die in den letzten Jahren ein wenig in den Hintergrund getreten war. Ich hatte mich als philosophischer Autor versucht – mit Erfolg. Aber die Narrosophie ist anders, bunter, grenzenloser.
Ein Höhepunkt war die Begegnung mit unserem alten guten Freund Que Zhinin in Cuenca, Ecuador. Mit seinem Künstlerteam verzierte er unsere Fotos, so dass sie nun doppelt narrosophisch herauskommen :-). Das ist eine wunderbare, für mich begeisternde Perspektive der Verbindung des Lachens mit der Kunst.
Das narrosophische Büchlein ist die versprochene und geplante „Limited Edition“ meines grösseren Werkes, das in der nächsten Zeit entstehen wird. Es gibt einen Vorgeschmack und ist für diejenigen Menschen bestimmt, die sich wirklich interessieren und diese Philosophie unterstützen.
Das Büchlein wird in den Sommermonaten 2013 herauskommen. Es ist wie gesagt für Freunde gedacht, da es persönliche Teile enthält. Daher sollte es auch nicht verliehen werden.

Blick in die Zukunft

Ein Wort hab ich mal gehört: Wenn du in die richtige Richtung gehst, dann geh einfach weiter.
So werde ich‘s halten.
Im Jahr 2012 habe ich mir vorgenommen, in den kommenden Jahren mein Resumee zu ziehen, meine Erkenntnisse zusammenzufassen und gleichzeitig neue Abenteuer des Reisens, des Geistes und der Arbeit zu erleben. Ich nahm mir vor, ein weiteres Buch zu schreiben. Hier liegt es vor, das narrosophische Büchlein. Es ist gedacht als Inspiration, als Momentaufnahme, und als Zwischenstufe zu weiteren Taten.
Christina und ich werden weiterhin reisen. Jeden Winter. So sieht es jetzt aus. Südamerika hat uns verzaubert.
Wie das nächste Buch, das nächste Event, der nächste Schritt aussehen wird, ist noch nicht wirklich klar.
Bei mir treibt sich seit einigen Monaten ein Konzept für einen „narrosophischen Bildband“ herum.10 Dieses dreisprachige Werk (Deutsch, Spanisch, Englisch) soll in Kooperation mit Menschen aus aller Welt entstehen. Viele heitere, künstlerische Fotos im Stil der Fotos dieses Büchleins könnten die Menschheit inspirieren!
Die Idee dieses Buches wird in unsere zukünftigen Reisen einbezogen werden. Das bedeutet, dass wir auf den Reisen entsprechende Fotos schiessen, dass wir Interviews machen, dass wir mit diesem Thema professionell unterwegs sind.
Christina hat Ideen in ähnlicher Richtung. Wir werden noch darüber lachen und das Neueste auf unseren Webseiten veröffentlichen!
Wir wurden in Südamerika speziell ermutigt, unsere Inspirations-Arbeit fortzusetzen. Dort ist eine so grosse Offenheit, die Heiterkeit ist spürbar. Dort liegt die Zukunft!
Eine weitere Idee wäre, meine Texte zu einem grösseren Buch zusammenzustellen. Ich habe genügend inspirierende Texte, nicht nur in meinen Blogs, sondern an vielen Orten! Das wäre aber wahrscheinlich nur auf Deutsch möglich.
Ich ermutige dich, liebe Leserin, lieber Leser, mir ein Feedback zu geben. Vor allem interessiert mich deine Meinung in Bezug auf diese Ideen.

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Reisepläne Februar 2013

Ich finde leider in den letzten Tagen und Wochen zu wenig Zeit zum Schreiben. Wir haben uns einen extra Tag in Quito geschenkt, um endlich mal wieder schreiben und kreieren zu können. Die Vorbereitungen für die Reise nach Argentinien und Chile waren sehr aufwendig – eine Art Meisterkurs in Heiterkeit und Geduld, den wir bestanden haben 🙂

Wir hatten eigentlich vorgehabt, mit dem Bus bis nach Argentinien zu reisen. Aber es gab kaum Telefonverbindungen und schlechte Internet-Auskünfte; wir hörten von Überschwemmungen unterwegs. Wochenlang trugen wir den Plan mit uns herum, denn die Flüge sind teuer.
Vorgestern schliesslich lockte mich Christina spontan in ein Reisebüro und fragte nach Flügen nach Santiago. Die Angestellte fand einen sensationell günstigen Flug – aber eine Stunde später, als wir mit Pässen und Kreditkarten anrückten, konnte die Frau den Flug nicht bestätigen. Wir gingen zum grossen Büro der LAN-Airline. Die Auskunft dort war noch schlechter. Alle Flüge wegen Hochsaison ausgebucht, seit Dezember. Preise sehr hoch.
Die Pointe: Die Dame schickte uns ins Metropolitan Reisebüro im selben Gebäude, und als wir im dritten Stock anlangten, war dieses Büro einfach nicht vorhanden. So ging es tagelang.
Wir kamen so richtig in Schwung, recherchierten auf dem Internet, versuchten es mit Telefon. Ich fand ein weiteres billiges Angebot auf dem Internet, aber auf der Seite gab es keine Telefon-Nr., keine Buchungsmöglichkeit. Nach langem Suchen fanden wir über google die Mail-Adresse, aber das Angebot war ca. dreimal so hoch als angekündigt. So ein Spass!
Während ich während zweieinhalb Stunden auf dem Zahnarzt-Stuhl die Vollendung meiner Kronenbehandlung erwartete, recherchierte Christina unverdrossen weiter. Sie hat sich zu einer Logistik-Meisterin entwickelt, so dass ich mich in meiner früheren Reiserolle als „Captain“ immer wieder zurücklehnen kann. Sie ist vorsichtiger als ich und hat deswegen im Dschungel ihre Taschenlampe oder den Regenschirm parat; sie telefoniert – wenn jemand abnimmt – gekonnt mit Ämtern und Reiseveranstaltern, und sie ist gleichzeitig spontan, wenn es um Reisepläne geht.
Als ich gestern abend von meiner Behandlung zurückkam, stürzten wir uns nochmal in die Recherchen, und ich fand mit meiner Wunder-App Trip-Advisor einen Flug, finanziell tragbar. Wir buchten sofort und führten Freudentänze auf! Der Hinflug nach Santiago landet in Lima, La Paz und Iquique im Norden Chile. Das ist wunderbar, so überqueren wir mehrmals die Anden.

Unsere weiteren Pläne: Von Santiago aus reisen wir mit dem Bus nach Argentinien – nach Cordoba, Corrientes, Posadas und Santo Tomé. Dort erwarten uns gute Freunde, die wir 2010 in Goa kennengelernt haben. Sie organisieren eine Tageskurs mit uns in Corrientes, mit dem bewährten Thema „Glücklichsein ist eine Quantenaktivität“ (s. http://www.supotential.net)
Mitte März werden wir zurück in Santiago sein. Dort sind wir bei Tosha eingeladen, einer führenden südamerikanischen Lachyoga-Lehrerin. Auch dort geben wir Kurse und geniessen Chile. Chile – Christinas Sehnsuchts-Destination!

Auf der Karte sieht man die Busroute von Santiago in den Norden von Argentinien. Danach geht’s wieder zurück nach Chile, wo wir relativ viel Zeit haben und sicher auch noch herumreisen werden…

Reiseplan konkret, zum Teil mit geschätzten Daten:

18. – 23. 2.: Besuch bei unserem Freund Pato Que Zhinin in Cuenca. Pato hat mal mit uns in Ins zusammengewohnt und dort Ausstellungen gemacht; er war mein erster Lach-Partner 🙂 und hat mein Buch „Lachend das Leben feiern“ illustriert
23./24.2: Flug nach Santiago de Chile
27. 2.: Weiterreise nach Córdoba, Argentinien
03. 3.: Ankunft in Santo Tomé, Nordargentinien. Eine Woche bei unseren Freunden Gumersindo und Maria, welche unseren Kurs organisieren.
10. 3.: Tageskurs „Glücklichsein“ in Corrientes
11. 3.: Abreise Richtung Santiago über Córdoba und Mendoza
14. 3.: Ankunft Santiago. Christina plant einen Kurs in Quantenheilung. Weitere Kurse dort, sowie Reisen in Chile
10. 4.: Rückflug nach Ecuador
14. 4.: Rückflug nach Spanien und darauf folgende Ankunft in der Schweiz

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Südamerika-Assoziationen

Ein Narrosoph in der neuen Welt

Südamerika: Ein gigantischer Kontinent mit riesigen Entfernungen, gewaltiger Natur, leidvoller Geschichte und neuen Visionen.
Was hat hier die Narrosophie verloren, wie offen sind die Menschen? Sind sie heiter, sind sie bitter?

Im Flugzeug erzählte mir ein älterer Herr, ein Zimmermann, dass er nach Ecuador zurückfliegt, um einen Arbeitsplatz in seiner Heimat zu finden. In Spanien gibt es keine Arbeit mehr – Ecuador aber ist im Aufbruch. Er ist voll des Lobes für den gegenwärtigen Präsidenten Rafael Correa, der mit seinen Reformen Beschäftigung gebracht hat und für mehr soziale Sicherheit und bessere Erziehung sorgt.
Europa ist out – Südamerika ist in. So ist das.

Am Flughafen Quito wurde uns ein herrlicher narrosophischer Empfang bereitet. Ich hatte meine Lachkönigs-Krone aufgesetzt; Christina trug die rote Eulenspiegel-Brille. Bereits von der Rolltreppe aus winkte uns eine unbekannte Schöne mit lustigem Hirsch-Geweih begeistert zu. Fast zwei Stunden später gelangten wir zum Ausgang, und dort empfing uns eine kostümierte Gruppe mit viel Lachen und Spass. Sie erzählten, dass sie während der zwei Stunden alle Herauskommenen mit viel Hallo begrüsst hätten – es sei wunderbar gewesen.

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Wir wurden schön untergebracht und gaben zwei Wochen später unseren Tages-Workshop „Glücklichsein ist eine Quantenaktivität“ (s. http://www.supotential.net)

Hier sind die fröhlichen Botschaften an die Welt (Englisch und Spanisch):

Mensajes al mundo

Die Meinungen über die Politik von Präsident Correa sind sehr widersprüchlich. Eine deutsche Familie vermag nur Negatives zu melden. Er habe einen Teil des Amazonas-Gebiets an die Chinesen verkauft, um mit diesem Geld seine Reformen zu finanzieren. Er habe sich verfassungsmässig zugesichert, dass er immer wieder gewählt werden könne, und so werde er zum Diktator.
Ich habe in einem früheren Blog geschrieben, dass ich es gut fände, wenn bewährte Präsidenten oder gar König längere Zeit regieren könnten, damit sie ihre Reformen nachhaltig verwirklichen können, und ich habe Beispiele für solche „guten Präsidenten“ gebracht (Julius Nyerere von Tansania und andere).
Aber diese Familie interpretiert Correa nur negativ.
Eine Schweizerin erzählt uns, er habe seine Schulreform von einem Tag auf den anderen aus Geldmangel gestoppt und die Schülerzahl von 16 auf 25 hochgesetzt.

Zu allem Überfluss bekomme ich eine weltweite Petition der Avaaz gegen Correa zugeschickt, in welcher es unter anderem heisst: Im Herzen Ecuadors versucht ein gigantischer Ölkonzern, ein unberührtes Regenwaldgebiet in ein Ölfeld zu verwandeln. Doch die Mitglieder des Kichwa-Stammes in Sani Isla leisten tapferen Widerstand und haben jetzt um unsere Hilfe gebeten, um ihre Heimat zu retten.

Correa ist der Adressat dieser Petition und wird verantwortlich gemacht.
Ich unterschreibe das. Aber ich glaube nur die Hälfte dessen, was da erzählt wird. Ich finde es aber gut, wenn Correa spürt, dass die internationale Gemeinschaft ihm auf die Finger schaut und bei Bedarf Millionen von Menschen aktiviert. Das kann möglicherweise verhindern, dass er sich von der Macht verführen lässt.

Eine Ecuadorianerin erzählte uns von Vizepräsident Moreno. „Er ist wirklich ein guter Mann“, berichtete sie begeistert. „Er hat die Initiative für Lebenfreude in Ecuador gestartet. Er ist ein intergrer Mann, während Correa unberechenbar ist. Moreno ist im Rollstuhl, aber leider kandidiert er bei den jetzigen Wahlen nicht mehr. Er hat keine Lust mehr auf Politik.“

Mir scheint aber, dass das Volk Rafael Correa liebt. Er zeigt sich volksnah, besucht die Provinzen, hat den USA den Meister gezeigt. Ich schreibe diese Zeilen am Vortag der nationalen Wahlen vom 17. 2. 2013.

Es gibt spannende Gesetze, zum Beispiel die Wahlpflicht. Die Ecuadorianer müssen an dem Ort wählen, an dem sie gemeldet sind. Daher gibt es grosse Reisebewegungen am Wahlsonntag. Wer nicht wählt, erhält eine Geldstrafe und weitere Sanktionen; er kann kein Bankkonto mehr eröffnen oder andere Geschäfte machen. (Die Wahlpflicht existiert in vielen Ländern, u.a. in Australien, wo wir uns bereits darüber wunderten.)
Was aber noch schöner ist: Am gesamten Wahl-Wochendende, von Freitag mittag bis Montag mittag, wird in den Restaurants und Cafés kein Alkohol ausgeschenkt! Die Wahlen sind heilig…
Während des Jahres ist jeder Sonntag auf diese Weise alkoholfrei. Das gefällt mir; es trägt zum Bewusstsein bei, dass der Sonntag ein heiliger Tag ist. Und es erinnert mich an die gesegneten Städte in Indien, in denen es weder Fleisch noch Alkohol gibt.

Ich bin immer auf der Suche nach Erleuchteten und Glücklichen. Sind sie im Regenwald zu finden? Christina hat unsere Fahr in den "Oriente" bereits schön beschrieben. Dort, in den Quellgebieten des Amazonas, wohnen die Kichwas, die in der Avaaz-Petition erwähnt sind. Sie sind in der Stadt Tena allgegenwärtig mit Statuen im Park und Kultur-Veranstaltungen. Sie sprechen ihre eigene Sprache und leben an den Windungen der Flüsse.

Mich interessiert u.a. das Wundermittel Ayahuasca. Ein junger Freund in Tena, Gerd aus Holland, berichtet uns davon. "Ayahuasca wird von den Schamanen eingenommen. Du hast Visionen wie bei LSD. Ich will das miterleben! Übermorgen gehe ich den Dschungel. Dort wird ein Schamane mit uns ein Ritual mit Ayahuasca durchführen."
Gerd ist ein spiritueller Sucher. Er hat Wirtschaft studiert und plötzlich gesehen, dass das keinen Sinn macht. Er will sich weiterentwickeln, sucht neue Dimensionen.
Ich berichte ihm von der Narrosophie und von der lachenden Einsicht, dass wir bereits erleuchtet sind. Er ist fasziniert, aber will es vielleicht nicht glauben (da ist er nicht allein, hihihi). Das Ritual kostet $ 100.

In der Indianer-Lodge Runa Huasi, direkt am grossen Fluss Napo gelegen, lernen wir einen jungen Kichwa kennen. Wir fragen Elder nach den Gepflogenheiten seines Stamms und nach den Schamanen. "Die Schamanen nehmen Ayahuasca, um zu heilen, und das macht sie hellsichtig. Sie sehen das Problem beim Patienten und können es mit ihrem erweiterten Bewusstsein heilen. Sie brauchen meistens keine Medizin."
Das ist interessant! Ich habe als junger Mann die bewusstseinserweiternde Wirkung von LSD erfahren und kann mir vorstellen, von was er spricht.
Elder ist 18. Er will beim Stamm bleiben, das ist sein Leben.
Die Kichwas sind Christen, und es gibt eine kleine Kirche im nächsten Dorf.

Wir hören später, dass die Kichwas ein stolzes Volk seien. Sie konnten von den Spaniern nicht kolonisiert werden, weil ihre Gebiete unzugänglich waren. Die Strasse nach Tena existiert erst seit sechs Jahren; sie führt über einen 4000 m hohen Pass.
Die Indianer eigneten sich nicht als Sklaven. In Gefangenschaft starben sie einfach, und deswegen wurden Schwarze aus Afrika geholt.
Die Informationen kommen aus dem Feld, von unseren ekuadoriansichen Freunden. Sie erzählen uns, dass die Hochland-Indios ihren Widerstand aufgegeben haben un oft bedrückt wirken und zu Boden blicken.
Auf der Busfahrt zurück aus dem Regenwald habe ich einen anderen Eindruck: Die jungen Mitfahrer, wahrscheinlich überwiegend Kichwas, blicken sehr düster drein. Der Heiterkeitsquotient HQ ist sicher nicht höher als in Europa. Seltsam, wo sie doch stolz und selbstbewusst sein sollen!

In jener Indianer-Lodge hatten wir eine spannende Begegnung mit einer chilenischen Familie. Paul, Cecilia und ihre vier Kinder waren mit uns zusammen am Abend die einzigen Gäste, und wir kamen ins Gespräch.
Wir unterhielten uns herrlich über das Lachen und die Quantenphysik, und Paul berichtete uns von seiner Architektur. "Es ist eine Architektur der Gefühle", sagte er.
"Ich habe 13 Jahre in der Schweiz gelebt und an der ETH Zürich studiert. Ich bin Auslandsschweizer. Aber in Europa gibt es viel zu wenig Gefühl. Die moderne, gepriesene Architektur von Le Corbusier, Bauhaus usw. – das ist alles intellektuell."
Er berichtete, dass er einmal eine spontane Rede an ca. 20 Freunde in der Schweiz gehalten habe. Er habe ihnen vorgehalten, dass sie kalt, intellektuell und individualistisch seien. "Und wisst ihr was? Sie haben mir recht gegeben!"
Seine Frau Cecila äusserte sich noch kritischer über die Schweizer. Sie hat auch sechs Jahre dort gelebt.
Als ich in dem Gespräch von Gott spreche, sagt sie begeistert: "Du bist der erste Europäer, der von Gott redet! In all den Jahren in der Schweiz habe ich Gott nie erwähnen hören. Die Europäer haben Gott totgesagt und vergessen! Ich finde das so traurig! Sie müssen ja nicht einer Kirche angehören, aber ich spüre so wenig Dankbarkeit dem Leben gegenüber." So ist das!
Wir sprechen über die verschiedene Ausprägung der christlichen Religion. Unser Freunde finden, dass die Kirche in Südamerika viel freier und positiver sei als in Europa. Das liege zum Teil an den Jesuiten, die mit ihrer Kontemplation und Begeisterung eine andere Stimmung in die Religionsausübung gebracht hätten.
Christina und Cecilia freunden sich sofort an. Wir sind zum Essen in Santiago eingeladen…
Leider häufen sich z.T. die kritischen Meinungen über die Europäer. Meine ekuadorianische Zahnärztin beschreibt ihren deutschen Mann, indem sie die Hände beim Kopf zu einem Quadrat formt – ein Quadratschädel sozusagen. Einer, der nur rechtwinklig denkt, der keine Flexibilität hat, keine Gefühle zeigt.
"Er spricht nicht so gut Spanisch wie du, obwohl er schon so lange in Ekuador lebt. Er hat nur deutsche Freunde."
Ich würde sagen: Die Quadratschädel-Zeit ist abgelaufen – es lebe das Lachen!
(Weitere Feedbacks in Bezug auf Schweiz und Deutschland, die ich auf meinen Reisen gehört habe, erspare ich meinen Lesern und mir. Und ich betone feierlich, dass ich über die Schweiz sehr, sehr Positives denke und geschrieben habe, wie man in meinem Blogs nachlesen kann :-))

Südamerika ist im Aufbruch. Der uruguayische Präsident Pepe Mujica – ich habe mehrmals von ihm gesprochen – hat kürzlich auf der Konferenz der lateinamerikanischen Länder wieder einmal eine sensationelle Rede gehalten, in der er seine Präsidenten-Kollegen zur Zusammenarbeit aufforderte. Wie meine Leser bereits wissen, verzichtet er auf 90 % seines Gehalt, lebt auf einer Finka, fährt einen VW-Käfer und predigt das einfache Leben. Die Wirtschaft in Südamerika geht im allgemeinen aufwärts, besonders in Brasilien.
Vor allem aber gibt es Ideen – und es gibt noch so viel zu tun!
Christina und ich haben kürzlich darüber gesprochen, dass in der Schweiz schon alles fertig und perfekt sei. Es gibt nur noch Kleinigkeiten zu regeln. Aber die Stimmung sagt: Wir wollen den Bestand erhalten, wir wollen überleben in der schwierigen europäischen Wirtschaftslage. "Festhalten, erhalten, retten!" – so fühlt die europäsiche Seele. Das ist nicht übermässig spirituell, da wir doch rufen: "Loslassen, feiern, schenken!"

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    Präsident Rafael Correa, Ecuador

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In der Fülle des Dschungles

von Christina Fleur de Lys

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon in der Vorstellung, mich ins Abseits der Zivilisation und zugleich in die Fülle der Natur zu begeben.
Ich habe mich an Zivilisation gewöhnt, sie scheint mir eine Sicherheit zu geben, in ihr kenne ich mich aus. All dies ist in der Fülle der Natur nicht der Fall, ich befinde mich in einer scheinbaren Unsicherheit. Dies macht mich wach, neugierig und lebendig. Ein intensives Gefühl durchströmt mich.
Die zwei Stunden Busfahrt von Tena (Ecuador) Richtung Dschungel bringen mich in Gegenden, wo ich mir bis jetzt noch nie einen menschlichen Alltag vorgestellt habe. Dieser existiert ganz offensichtlich. Die Strasse ist schon längst nicht mehr geteert; eine holprige, löcherige Steinstrasse wird manchmal schmal, fällt seitlich schroff ab in Gräben. Ein Wunder, dass hier überhaupt noch ein Fahrzeug wie unser altmodischer Bus fahren kann. Nur vereinzelt begegnen uns andere Fahrzeuge wie Pick-ups oder andere vierradangetriebene Vehikel.
Noch seltener sehen wir Hütten aus Holz, mit Dächern aus verschiedenen Pflanzenwedeln gebunden, meist ohne Fensterglas, jedoch mit einer Wäscheleine voller bunter Kleider. Hier steigen einzelne Menschen aus dem Bus. Hühner picken am Boden rund ums Haus alles, was sie picken können, Hunde streunen auf der Strasse, Kinder stehen am Strassenrand.
Ein Leben um des Lebens willen. Erfolg, Ziele, und andere Wichtigkeiten unserer Zivilisation scheinen hier weit gefehlt. Sein und Überleben sind das Credo dieser Menschen.

Da nehme ich mir eine spirituelle Nase voll. Sicher würde ich mich x-mal am Tag fragen, was ich denn hier machen soll….würde keine Bücher finden, von Internet keine Rede. Der Urwald ist ein einziges Sein. Plötzlich hält der Bus und der Fahrer gibt uns ein Zeichen auszusteigen. Jetzt gilt es ernst, die Reise wird mit dem Kanu fortgesetzt, ich lache innerlich, so toll, richtig abenteuerlich!
Wir wandern mit unserem Gepäck ans Flussufer und warten aufs Kanu. Motoristas werden die Fahrer hier genannt. Da erscheint aus dem Nichts ein etwa dreijähriges Mädchen mit einer kaputten Styroporkiste. Sie erinnert mich an Mogli, den Urwaldjungen. Ganz keck und selbstverständlich steigt sie mit nackten Füssen, die Kiste hinter sich her ziehend, durchs Gebüsch an den Rand eines kleinen Seitenflusses und legt sich gemütlich in ihr weisses Schiffchen. Träumend liegt sie hingegossen nahe der Gefahr des reissenden Flusses Napo. Zum Glück wird sie ziemlich schnell von ihren älteren Geschwistern zurückgeholt. Die Idylle ist zwar gestört, das Kind jedoch in Sicherheit. Ich bin froh, denn nun kommt unser Kanu – Rucksäcke rein und los gehts. Herrlich, diese wilden Ufer, von Pflanzen dick bewachsen. In der Pension Runa Huasi werden wir nett empfangen. Die Hütten sind einfach, ohne Elektrizität, der Bettinhalt leicht feucht, so wie ich es liebe! Zum Glück habe ich immer meinen Schlafsack dabei!
Ich liege einen Moment um mich auszuruhen und mich in diese neue Gegend einzuschwingen. Ich sehe direkt ins Dach, eine wunderbare Arbeit, aus dem Material gefertigt, das hier in der Gegend wächst. So sind das Haus und die Umwelt eins. Eine grosse Ruhe und Frieden umgeben und durchströmen mich. Das Zirpen, Quaken, Krächzen und Tirillieren verbinden sich zu einem schönen Hintergrundgeräusch, mit dem Autolärm, Sirenen und Helikopterbrummen der Zivilisation nicht konkurrieren können, die jedoch absolut auch ihre Vorteile haben. Ich liebe beides!

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Lachende Senioren in Ecuador

Im Nebelwald von Ecuador lachten wir mit Senioren. Herrlich! Diese Gesichter, diese Freude, diese Umarmungen! Wir hatten so viel Spass, und wir waren sehr bewegt…

Hier die Einleitung dazu:

Einer unserer guten Empfangs-Engel in Ecuador war und ist Annelie, Lachtrainerin, Seifenproduzentin, Tierärztin und Dozentin.
Mit ihr hatte ich schon seit Jahren Kontakt, und sie hatte uns sowohl in ihr Haus eingeladen auch als auch unseren Kurs über das Glücklichsein in ihrem Haus organisiert.
Sie empfing uns am Flughafen mit ihrem Lachclub, und das war ein zensationelles Ereignis!
Annelie plant im Nebelwald, zwei Stunden westlich von Quito, im Örtchen Mindo auf 1200 m Höhe, ein Zentrum der Lebensfreude. In ihr dortiges Haus hatte sie uns für zwei Tage eingeladen. Wir fuhren mit ihren beiden Söhnen dorthin. Es ist ein wunderschönes Holzhaus mit einer grossen Terrasse. Es ist ständig warm und feucht in dieser Gegend.

Es regnete die ganze Nacht und den ganzen Morgen. Am Mittag erfuhren wir, dass Annelie in ein Senioren-Zentrum eingeladen worden war, um einen Lachkurs zu leiten. Welche Überraschung! Sie ist neu hier im Dorf.

Wir begaben uns um ca. 14 Uhr zu dem Zentrum: Der überdeckte Vorplatz eines alten Holzhauses mit ca. 25 alten Menschen. Wir wurden herzlich begrüsst und mischten uns unter die Leute. Ein junges Paar leitete den Kreis. Der Mann machte uns bekannt und leitete den Kurs ein.

Annelie legte los, und die Leute lachten wunderbar mit. Ihre zerfurchten Gesichter und zahnlosen Münder lächelten uns entgegen. Sie waren so dankbar!
Annelie machte das sehr gut, indem sie z.B. die Tätigkeiten der Menschen einbezog: Was tust du oft? Ich arbeite mit meiner Machete; ich koche; ich fahre Fahrrad.
Jede dieser Tätigkeiten wurde nun von der Gruppe lachend ausgeführt. Man kann das nur schwer beschreiben, wie der Lachvirus sich selbständig macht und dann alle über alles lachen.

Annelie hatte noch viele weitere Variationen auf Lager, und so vergnügten wir uns mehr als eine halbe Stunde.
Am Schluss wurden wir von jedem einzeln umarmt, und das berührte mich besonders.
Ich liebe diese Menschen!

Anschliessend luden wir die LeiterInnen in Annelie’s Haus ein und verbrachten ca. Stunden mit ihnen auf der Terrasse. Wir lernten noch den dritten Mann kennen: Wilson. Die anderen beiden sind ein Paar und heissen Diego und Lizeth. Sie hatten es sich in der Hängematte gemütlich gemacht, und wir diskutierten sehr angeregt.
Diego hat Theater und Psychologie studiert. Lizeth ist eine Tänzerin. Wilson hat Theater und Sozialarbeit studiert.
Alle drei haben bis vor kurzem in Quito gelebt. Vor zwei Monaten gründeten sie das Projekt in Mindo. Mit Unterstützung der Regierung bauen sie das Zentrum auf, und sie leben in dem Holzhaus.
Jeden Tag gibt es einen Kurs für die alten Leute, ca. ab 10 Uhr. Das Mittagessen wird gratis zur Verfügung gestellt, ebenso wie der Kurs.
Wilson erzählte, dass es am Anfang recht schwierig war, diese Menschen aus der Reserve zu locken. Aber es ist ihnen inzwischen gelungen, mit Theater, Musik, Körperübungen und Tanz die alten Leute zu erreichen. Das haben wir gespürt während des Lachkurses: Die Menschen waren erstaunlich offen.
Diego ist ein charismatischer Kerl mit Dreadlocks; alle drei mögen zwischen 22 und 28 Jahre alt sein. Er macht Kapoeira, das brasilianische Tanz-Feuerwerk.
Ich forderte ihn spontan auf, uns etwas vorzuführen. Daraufhin erklärte er, dass sein Kapoeira etwas Rituelles an sich habe. Man könne diesen Kapoeira nicht vorführen, denn alle seien beteiligt. Es müsse eine bestimmte Atmosphäre herrschen.
Ich erzählte daraufhin von unserem Freundeskreis in Spanien und betonte, wie wichtig das Vertrauen in einer Gruppe sei. Ich berichtete auch von unseren Liedern, Meditationen und Ritualen. Wir verstanden uns.
Der Austausch mit diesen jungen, engagierten Menschen war sehr schön, auf einer Ebene der spontanen Freundschaft.
Diego berichtete dann von den Ritualen der „Indigenas“, der Indios. Diese haben sich meist zurückgezogen, und sie lassen fast keine Fremden teilnehmen, weil sie Sorge haben, dass ihre Zusammenkünfte missbraucht werden.
Die Rituale dauern oft die ganze Nacht und werden von Ältesten geleitet. Der Kreis ist sehr wichtig, die Gemeinschaft, die alten Geschichten. Da wäre ich gerne mal mit dabei!

Die drei machen auch Strassen-Theater und Tanz in der Öffentlichkeit.

Annelie will nun jede Woche einmal im Senioren-Zentrum ihren Lachkurs durchführen. Ihr Angebot wurde mit grosser Freude entgegengenommen. Wie schön!
Und sie hat eine Vision: Mindo soll zum ersten lachenden Dorf Ecuadors werden. Warum nicht? Es wird höchste Zeit, dass es lachende Dörfer gibt!

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Die spirituelle Gestalt von Ländern

Politische Assoziationen 2

Die spirituelle Gestalt von Ländern

Dieses Thema hat mich in der letzten Zeit immer wieder interessiert, insbesondere in Bezug auf Südamerika. Was bedeutet es, wenn ein Präsident Evo Morales, ein Indio, seit Jahren regiert und die Amerikaner praktisch rausschmeisst? Kürzlich hörte ich, dass er MacDonald und Coca Cola enteignet hat – mit amerikanischen Methoden!
Was bedeutet es, wenn der Präsident von Uruguay, José Pepe Mocija, auf 90 % seines Gehalts verzichtet, in einem alten VW-Käfer herumfährt und auf seiner alten Finca lebt? Und darüberhinaus inspirierende Reden an die Intellektuellen des Landes hält?
Was bedeutet eine Visa-Politik und ein Sicherheitsdispositiv der USA, das paranoide Züge trägt? Was bedeutet eine Schweiz, die zwar unglaublich stabil ist, aber visionäre Züge und wirkliche Führerschaft vermissen lässt?

Ich las kürzlich eine Schlagzeile in 20 Minuten: Die Schweiz ist das attraktivste Land der Welt. Ich konnte den Artikel nicht lesen, denn die Nachbarin hatte die Zeitung. Aber es ist wohl so, denn die Schweiz ist wirklich sensationell in ihren politischen Institutionen, in ihrer Besonnenheit und Reife.

In Spanien gibt es Hotels „con encanto“ – ich würde mal übersetzen „Hotels mit einem Zauber“. Es sind besonders schöne, manchmal verträumte Hotel mit Stil.
Wie wäre es, wenn es bald mal ein Land „con encanto“ gäbe, und wenn es sich auch selbst so definieren würde?
Die Schweiz hätte da Chancen, vielleicht auch Österreich. Bei Städten gibt es ja schon solche Werbesprüche wie z.B. „München, Weltsstadt mit Herz“.
Aber solche Aussagen sind oft nicht ganz echt, man spürt das Herz nicht wirklich – es ist Werbung, und Werbung ist leider meist nicht wahrhaftig.

Das Land mit encanto bräuchte z.B. einen König oder eine Regierung mit encanto – und natürlich ein Volk mit encanto – ein bezauberndes Volk, ein freundliches Volk, ein Volk, das von Lebensfreude erfüllt ist und durch und durch gastfreundlich ist.

Wir sprechen – oder haben gesprochen – von der „freien Welt“. Das ist oder war die westliche Welt, vor allem im Gegensatz zum Ostblock, zu den kommunistischen Diktaturen. Sie ist aber nur frei im Gegensatz zur Unfreiheit. Es ist keine echte, spirituelle, bewusste Freiheit. Da fehlt noch ein Schritt.
Der westliche Kapitalismus hat auch etwas Diktatorisches. Die Ausbeutung ist Programm, und die Kapitalisten merken es nicht. So wie die spanischen Eroberer nicht merkten, wie menschenverachtend ihr Verhalten war. Das nennt man blinde Flecken.

Wir Visionäre suchen schon seit langem nach einem „dritten Weg“. Vielleicht wird er nun in Südamerika gefunden? Dort gibt es Versuche einer neuen Solidarität.

Hier ein Zitat aus einer italienischen Zeitung dazu:

Am 12. Dezember 2008 verkündete Rafael Correa, der neue Präsident Ecuadors (dessen BIP etwa 50 Milliarden Euros, oder 30 Mal weniger als jenes Italiens beträgt), am Fernsehen, dass er sich entschlossen hat, die nationale Schuld zu streichen, da er sie als illegal betrachtet, denn sie verletze die Verfassung, um so das Volk zu unterdrücken. Heute gilt in Ecuador das neue verfassungsmäßige Prinzip, dass rechtlich ist, was richtig ist für die Gemeinschaft.

Betrag der Schuld: 11 Milliarden Euros. Der IWF löschte Ecuador buchstäblich von der Liste der zivilisierten Länder. „Das Land ist isoliert“, erklärte Dominique Strauß-Kahn, der damalige IWF-Generaldirektor.

Genau am nächsten Tag kündete Hugo Chavez an, dass Venezuela während zehn Jahren gratis Öl und Gas an Ecuador liefern werde. Vier Stunden später kündete Präsident Lula an, dass Brasilien 100 Tonnen/Tag an Korn, Reis, Soja und Früchten gratis geben werde, um die Bevölkerung zu ernähren, so lange das Land brauche, um sich zu erholen. Am Abend kündete Argentinien an, es werde 3% seiner Rindfleischproduktion gratis an Ecuador abgeben, um eine angemessene Proteinversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Am nächsten Morgen kündete Evo Morales von Bolivien die Legalisierung von Kokain für das einheimische Produzieren und Einsammeln an, dazu Gratislieferung von Cocablättern an Ecuador, zusammen mit einem zinsfreien Kredit von 5 Milliarden, rückzahlbar innert zehn Jahren in 120 Raten.

von Nicola de Cuora Modigliani, 12. 08. 2012

Wir sehen, dass in Südamerika die Solidarität unter den Ländern spielt. Die Südamerikaner befreien sich von der Herrschaft des Westens, und Brasilien ist auf dem besten Weg, als Wirtschaftsmacht immer weiter nach vorne zu preschen. Es hat gerade Intalien überholt und ist nun auf dem achten Platz weltweit.

Hier noch ein weiteres Zitat aus dem brillanten Text von Cuora Modigliani:

Heute sagt das neue Südamerika nein zu Kolonisation und Sklaverei der Europäer und der US-Multinationalen. Während vierhundert Jahren, seit die Europäer die kaliumreichen Bananen entdeckt hatten, haben die Ecuadorianer in Armut, Ausbeutung und Entbehrung gelebt, während über Hunderte von Jahren ein Gruppe von brutalen Oligarchen auf ihre Kosten reich geworden sind.
Dies ist nicht mehr der Fall. Und es wird es auch nie mehr sein. Das Beispiel von Ecuador ist lebendig und kann von jedem afrikanischen, asiatischen oder europäischen Land wiederholt werden.

Ein letztes, sehr inspirierendes Zitat:

Wie sie in Südamerika sagen, wenn jemand fragt: „Was tun sie in Europa, was geschieht da?“. Da antworten Sie: „In Europa schlafen sie. Sie wissen noch nicht einmal, dass es da draußen Leben gibt.“

Zurück also zu unserem Thema der spirituellen Signatur eines Landes oder eines Kontinents.
Die Aussagen und Handlungen, die ich oben beschrieben habe, sind spiritueller Natur. Die Eigenständigkeit, das Sich-Wehren gegen Ungerechtigkeit, die Solidarität, die Freundschaft – all dies sind spirituelle Werte. Vielleicht wissen diejenigen, die so handeln, dies noch nicht. Und sicher können sie sich steigern.
Aber es ist doch klar, dass eine Haltung der Grosszügigkeit, Freundschaft und Verbundenheit spiritueller ist als eine Haltung des Profits und der zynischen Ausbeutung.
Die spirituellen und philosophischen Autoren der Gegenwart sprechen allesamt von Einheit, von Menschlichkeit, von Verbundenheit. Ich habe lange gesucht nach konkreten Auswirkungen eines solchen Denkens. Nach Formen, die über die Theorie hinausgehen, die sich in der Wirklichkeit manifestieren. Die hier geschilderten Prozesse in Südamerika sind ein Beispiel hierfür.

Plato hat in seinem visionären Werk „Der Staat“ die Gerechtigkeit als das wichtigste Prinzip eines wahrhaften Staates definiert. Da hatte er recht.
Und ich gehe noch darüber hinaus, indem ich mir einen zauberhaften Staat vorstelle. In der Schweiz ist die Gerechtigkeit schon ziemlich gut realisiert. Aber der Encanto wäre eine wirkliche Steigerung!

Bei den Ländern Südamerikas steht sicher erst einmal die Gerechtigkeit im Vordergrund, nach all den Jahrhunderten der Ungerechtigkeit.

Ich habe immer wieder gefühlt, dass in den „Entwicklungsländern“ mehr Leben ist. Ich werde selbst lebendiger in solchen Ländern. Es geht um reale Probleme, es geht ums Überleben, es ist intensiv, und das gefällt mir.
Europa und der Westen sind in meinen Augen ein wenig langweilig, und es gibt keine wirklich neuen Ideen.

Zusammenfassend können wir sagen, dass sich im Jahr 2012 die politischen und wirtschaftlichen Gleichgewichte schnell verschieben. Die europäische Vorherrschaft scheint zu Ende zu gehen, und andere Kulturen finden ihre eigene Identität und ihren unverwechselbaren Stil.
Bleiben wir aufmerksam und gestalten wir mit!

…………

Hier der vollständige Text des zitierten Aritkels:

Assange und der Angriff auf die
Republik Ecuador

Nicola di Cora Modigliani
21. August 2012
Übersetzung aus dem Englischen von Remo Santini

Heute sprechen wir über Geopolitik und die Informationsfreiheit. Was jedoch heute technisch (d.h. politisch) geschieht, nahm seinen Anfang am 12. Dezember 2008 – obwohl einige sagen, im September jenes Jahres –, aber es brauchte vier Jahre, bis die Schockwellen Europa und Amerika erreichten. Die Angelegenheit betrifft Julian Assange, Wikileaks und die Republik Ecuador. Beachten Sie, auf dem gesamten amerikanischen Kontinent, in Australien und Europa wurde angenommen, dass die Welt immer noch dieselbe sei wie vor zehn Jahren. Aber die Welt funktioniert nicht mehr auf diese Weise.

In Italien wurde niemand über die sich verstärkende Auseinandersetzung zwischen Brasilien und den Vereinten Nationen informiert, ein von Christine Lagarde, Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds, schlecht bewältigter Streit, bei dem Italien offiziell von der Position des achtgrößten Wirtschaftslandes auf die neunte Position zurückgestuft wurde. Es war von Brasilien überholt worden. So wird Italien am nächsten G8 nicht eingeladen werden, hingegen Brasilien wird es. Deshalb wurde entschieden, den G8 abzuschaffen und einen G10 als neuen Standard zu nehmen.

Europa, mit England und Deutschland an der Spitze, kann ganz einfach den „keynesianischen“ Triumph von Südamerika nicht akzeptieren. Im Wesentlichen bleibt der westliche Leitsatz bestehen: „Lasst sie zuhause bleiben und dankbar sein, dass wir sie überleben lassen wie die Afrikaner. Ansonsten werden sie alle einer nach dem anderen so enden wie Ghadaffi.“ Dies war die kurz zusammengefasste Warnung. Deshalb hat Südamerika in aller Ruhe in den letzten 40 Tagen drei machtvolle Botschaften geschickt. Die letzte und wichtigste erfolgte am 3. August und wurde live vom Büro des IWF in New York im Fernsehen ausgestrahlt. Nun zu einigen Fakten.

Am 15. Juni 2012 ist Julian Assange klar geworden, dass es für ihn vorbei ist. Er weiß, dass er in Stockholm verhaftet werden wird, am Flughafen abgefangen werden wird – nicht durch die Polizeikräfte von seiner Majestät des Königs von Schweden, sondern durch zwei CIA-Agenten und einen US-Diplomaten, die sich eines speziell für diesen Fall getroffenen Abkommens bedienen, worin behauptet wird, Assange habe „aktiv interveniert“ im NATO-Konflikt in Irak, als der Krieg noch im Gang war. Er würde dann direkt in die USA gebracht werden, in den Staat Texas, und da einer Strafverfolgung wegen terroristischen Aktivitäten unterworfen. Dabei würde es, gestützt auf die Gesetze des „Patriot Act“ zu einem Antrag auf Todesstrafe kommen.

Assange berät sich deshalb mit seiner Gruppe, und am 19. Juni um 9 Uhr Morgens betritt er die Botschaft von Ecuador. Sein Team eröffnet Verhandlungen mit britischen Agenten in London, mit den Schweden in Stockholm und mit amerikanischen Diplomaten in Rio de Janeiro. Diese sind damit einverstanden, die Olympischen Spiele vorbeigehen zu lassen, und nachher könne er ruhig nach Südamerika gehen. „Nur reden Sie nicht darüber.“ Aber so ganz trauten sie den Angloamerikanern nicht, und das war richtig so. Deshalb führten sie am 3. und 4. August zwei Kabinettstücke durch.

Am 3. August 2012, 16 Monate vor Ablauf des Programms, traf Cristina Kirchner, die argentinische Präsidentin, im Hauptquartier des IWF in Manhattan ein, begleitet vom Finanzminister und Außenminister von Ecuador, Patina, in seiner Eigenschaft als Vertreter von „Alba“ (Alianza Bolivariana para los Pueblos de Nuestra América = Bolivarianische Allianz für die Völker unseres Amerikas), einer wirtschaftlichen Union zwischen Lateinamerika und der Karibik.

Bei dieser Gelegenheit überreicht Kirchner dem IWF einen Scheck von 12 Milliarden Euros (für einen Kredit, der am 31. Dezember 2013 abgelaufen wäre). Sie kündigt an, dass Argentinien mit dieser Teilzahlung selbst bewiesen habe, ein solventes, verantwortungsbewusstes Land zu sein, zuverlässig und seriös für jedermann, der Geld investieren will. Argentinien kam 2003 mit 112 Millionen USD in Verzug, weigerte sich aber, die Aufhebung der Schuld zu suchen; es erklärte den Bankrott, und trachtete 10 Jahre danach, das Geld inklusivem Zins zurückzuzahlen.

Während zehn Jahren wehrte sich Argentinien gegen die Versuche des IWF, ihm restriktive Maßnahmen der wirtschaftlichen Sparpolitik aufzuzwingen. Es entschied sich für einen anderen Weg, in Übereinstimmung mit dem Keynesianismus und basierend auf der Finanzierung der Infrastruktur, der Forschung, der Innovation anstelle der Ausgabenkürzungen. Und es erholte sich. Und es zahlte die letzten Raten des IWF-Kredits 16 Monate im Voraus zurück. Damit bewies es einmal mehr, dass die Ideen des IWF und der Weltbank über die Wirtschaft schädlich und verquer sind. TINA („there is no alternative“ – da gibt es keine Alternative) ist eine Lüge, die den meisten Völkern der Welt von den oligarchischen Eliten aufgezwungen wird.

Fünfzehn Minuten, nachdem sie die Zahlung gemacht hatte, deponierte Kirchner eine formelle Klage gegen die USA und Großbritannien bei der Welthandelsorganisation WHO, und zwar auf der Basis von Akten, die durch Wikileaks, das heißt Assange, zugänglich gemacht wurden.

Da Argentinien die Schulden ausgeglichen hat, will es nun Entschädigungen, zuzüglich Zinsen. Es ist ein Kampf zwischen Kirchner und Lagarde. Dank Assange, denn sein Team ist im Besitz der Kopien mehrerer Gespräche in verschiedenen Regierungen des Globus, was die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland, den Vatikan einschließt, wo das Geld der Meister ist: in den Köpfen der Finanzhegemonen ist Osama Bin Laden als Erzbösewicht in die Mansarde verbannt und durch John Maynard Keynes ersetzt worden. Assange ist für die Großmächte zum Feind Nummer eins geworden, seit er die unter Verschluss gehaltenen Aufzeichnungen dieser langen Diskussionen darüber erlangt hat, wie man die Volkswirtschaften Südamerikas am besten kaputtmacht, ihnen ihre Energiereserven wegnimmt und ihre Erholung verhindert; wie man die Regierungen daran hindert, mit Hilfe der keynesianischen Wirtschaftspläne voranzukommen, anstatt die Diktate des IWF anzuwenden, deren einziger Zweck darin besteht, mit englischem Kapital eine neokolonialistische Politik zum hauptsächlichen Nutzen von Spanien, Italien und Deutschland zu verfolgen.

Die meisten Akten sind bereits über das Internet veröffentlicht worden. Diese und andere wurden von Assange dem ecuadorianischen Botschafter in England überreicht.

Am 3. August in New York wurde Ecuador zum ersten Land in den Amerikas und dem einzigen Land in der Westlichen Welt seit 1948, das das Konzept der „immoralischen Schuld“oder die politische und technische Weigerung, eine ausländische Schuld zurückzuzahlen, anwandte, da diese Schulden durch frühere Regierungen durch Korruption, Verletzung von Verfassungsrechten und –vorgaben gemacht wurden.

Am 12. Dezember 2008 verkündete Rafael Correa, der neue Präsident Ecuadors (dessen BIP etwa 50 Milliarden Euros, oder 30 Mal weniger als jenes Italiens beträgt), am Fernsehen, dass er sich entschlossen hat, die nationale Schuld zu streichen, da er sie als illegal betrachtet, denn sie verletze die Verfassung, um so das Volk zu unterdrücken. Heute gilt in Ecuador das neue verfassungsmäßige Prinzip, dass rechtlich ist, was richtig ist für die Gemeinschaft.

Betrag der Schuld: 11 Milliarden Euros. Der IWF löschte Ecuador buchstäblich von der Liste der zivilisierten Länder. „Das Land ist isoliert“, erklärte Dominique Strauß-Kahn, der damalige IWF-Generaldirektor.

Genau am nächsten Tag kündete Hugo Chavez an, dass Venezuela während zehn Jahren gratis Öl und Gas an Ecuador liefern werde. Vier Stunden später kündete Präsident Lula an, dass Brasilien 100 Tonnen/Tag an Korn, Reis, Soja und Früchten gratis geben werde, um die Bevölkerung zu ernähren, so lange das Land brauche, um sich zu erholen. Am Abend kündete Argentinien an, es werde 3% seiner Rindfleischproduktion gratis an Ecuador abgeben, um eine angemessene Proteinversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Am nächsten Morgen kündete Evo Morales von Bolivien die Legalisierung von Kokain für das einheimische Produzieren und Einsammeln an, dazu Gratislieferung von Cocablättern an Ecuador, zusammen mit einem zinsfreien Kredit von 5 Milliarden, rückzahlbar innert zehn Jahren in 120 Raten.

Zwei Tage später klagte Ecuador die United Fruit Company und Delmonte & Associates der „Sklaverei und Verbrechen gegen die Menschheit“ an, nationalisierte die landwirtschaftliche Bananenindustrie (Ecuador ist der Welt größter Bananenexporteur) und führte eine nationale Biomarke ein. Zehn Tage später waren Bavarian Green von Schleswig-Holstein, Conad in Italien und Dänemark und Hägen Dasz bereit, auf der Basis von „fairem Handel“ mit der neuen Gesellschaft Verträge abzuschließen. Da er die Proteste der United Fruit Company zur Kenntnis nahm, verurteilte Präsident George Bush (noch im Amt bis zum 17. Januar 2009) am 20. Dezember 2008 die „verbrecherische Entscheidung“ Ecuadors und rief dazu auf, es aus der UNO auszuschließen.

Bush sagte, dass die USA sogar bereit wären für eine „militärische Option, um US-Interessen zu schützen“. Am nächsten Morgen brachte die einflussreiche New Yorker Anwaltsfirma Goldberg & Goldberg vor, dass es für Ecuadors Vorgehen einen legalen Präzedenzfall gäbe. Sechs Stunden später gaben die USA auf und riefen die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Legitimität des Konzepts der „immoralischen Schuld“ in Frage zu stellen.

Die United Fruit Company hat einen Rekord in systematischer politischer Korruption; sie wurde zur Zahlung von 6 Milliarden USD verurteilt.

Interessanterweise war der Präzedenzfall mit dem 4. Januar 2003 datiert und von George Bush unterschrieben. Autsch! Dies geschah im Irak, der damals „technisch“ gesehen in amerikanischem Besitz war, da er durch die US-Truppen besetzt und die Übergangsregierung von der UNO noch nicht anerkannt war. Saddam Hussein hinterließ Schulden von 250 Milliarden Euros (40 Milliarden bei Italien, dank der von Tarek Aziz, Vize von Hussein und einem Verbündeten des vatikanischen Opus Dei abgeschlossenen Transaktionen), welche die USA unter Anwendung des Konzepts der „immoralischen Schuld“ löschten und dadurch den kürzlichen historischen Präzedenzfall schufen.

Die New Yorker Anwälte der Regierung von Ecuador boten Washington folgende Wahl: Entweder akzeptieren und schweigen, oder wenn Sie die Entscheidung Ecuadors anfechten, dann müssen Sie auch die Ihre für den Irak auflösen und das US-
Schatzamt anweisen, unverzüglich die 250 Milliarden Euros auszuzahlen, einschließlich der Zinsen für vier Jahre. Obama, zwar noch nicht im Amt, aber bereits gewählt, bat Bush, das Handtuch zu werfen. Die New Yorker Anwälte wurden von der brasilianischen Regierung bezahlt.

Rafael Correa, Ecuadors gewählter Präsident, ist kein Bauer wie Morales oder ein Gewerkschafter wie Lula oder ein Armeeoffizier wie Chavez. Er stammt aus einer Oberklassefamilie und ist ein Intellektueller. Er ist Absolvent von Harvard und hat Wirtschaft und Wirtschaftsplanung studiert. Er bezeichnet sich selbst als ein „christlicher Sozialist“. Seine erste Amtshandlung war es gewesen, alle Bankkonten der Vatikanbank (IOR = Istituto per le Opere di Religione) in den Banken von Quito einzufrieren und das Geld in ein Wohlfahrtsprogramm für die wirtschaftlich Benachteiligten zu überweisen. Er stellte die gesamte politische Klasse der vorherigen Regierung vor Gericht, von denen die meisten mit durchschnittlichen Strafen von zehn Jahren ins Gefängnis geschickt wurden, konfiszierte ihren Besitz, nationalisierte ihn und verteilte ihn weite r in ökologische landwirtschaftliche Kooperativen. Correa sandte Papst Ratzinger einen Brief, worin er sich selbst als „der immer demütige Diener Ihrer Erleuchteten Heiligkeit“ bezeichnete und in welchem er den Vatikan offiziell darum bat, Ecuador nur „mit tiefer Spiritualität begnadete Kleriker zuschicken, begierig den Bedürftigen zu dienen, und Profiteure zu vermeiden, die die Strenge der menschlichen Gesetze erleiden würden“.

Heute sagt das neue Südamerika nein zu Kolonisation und Sklaverei der Europäer und der US-Multinationalen. Während vierhundert Jahren, seit die Europäer die kaliumreichen Bananen entdeckt hatten, haben die Ecuadorianer in Armut, Ausbeutung und Entbehrung gelebt, während über Hunderte von Jahren ein Gruppe von brutalen Oligarchen auf ihre Kosten reich geworden sind. Dies ist nicht mehr der Fall. Und es wird es auch nie mehr sein. Das Beispiel von Ecuador ist lebendig und kann von jedem afrikanischen, asiatischen oder europäischen Land wiederholt werden.

Aber der entscheidendste Schuss auf das System geschah, als am 4. August 2012 eine Bombe publik gemacht wurde, nämlich dass Julian Assange den spanischen Richter Garzón, den öffentlichen Feind Nummer eins des organisierten Verbrechens, den grimmigsten Feind Silvio Berlusconis und den absolut gefährlichsten Feind des globalen Bankensystems damit beauftragte, ihn zu verteidigen.

Der spanische Richter hat 35 Jahre Erfahrung und war während der vergangenen 25 Jahre verantwortlich für die Strafverfolgung der wichtigsten Fälle seines Landes. Er ist ein Experte für „Medien und Finanzen“ und stieg 1993 zu internationaler Berühmtheit auf, als Interpol in seinem Auftrag einen Haftbefehl für Silvio Berlusconi und Fedele Confalonieri (Berlusconis rechte Hand) ausstellte, wegen Transaktionen, die Telecinco, Pentafilm, Fininvest, Reteitalia und La Cinq betrafen.

Dabei kam es heraus, dass die Pentafilm (Berlusconi und Cecchi Gori, PD und PDL zusammen) für 100 USD die Rechte an einem Film kaufte, die sie an Columbia Pictures für 500 USD verkaufte, dann an Telecinco, die sie für 1000 USD an ein italienisches Network verkaufte, welches sie letztendlich für 2000 USD an die Rai verkaufte, und so weiter, bis insgesamt 142 mal.. Denselben Film.

Dies bedeutet, dass die Rai (oder wir) für die Rechte an einem Film 20 mal den Marktpreis bezahlte – und ihn dreimal kaufte, so dass alle Parteien daran verdienten. Als es zum springenden Punkt in der Sache kam, war Berlusconi Premierminister, und so wurde Garzón durch die Europäische Union gestoppt. Er bekam einen halben Sieg. Er schloss Telecinco und schickte dessen spanische Direktion ins Gefängnis. 2003 fing das Gefecht wieder an mit Berlusconis neuer Front Mediaset. Garzón war immer zur Stelle.

2006 half die damalige italienische Regierung (Prodi & Co.) Berlusconi einer Verurteilung zu entkommen. 2004 eröffnete Garzón ein Dossier gegen Papst Wojtyla und gegen das IOR in Spanien und Argentinien in Bezug auf die Finanzierung und Unterstützung seitens des Vatikans der Militärjunten von Pinochet und Videla in Südamerika.

2010 legte Garzón sein Amt unter dem Druck der spanischen Regierung nieder, aber bevor er sich zurückzog eröffnete er eine Anwaltsfirma in La Hague, Niederlande, die sich ausschließlich mit den internationalen „Medien und Finanzen“ befasst. Und nun, als offizieller gesetzlicher Adler für Assange, hat Richter Garzón Zugang zu 145‘000 Akten, die sich immer noch in Julian Assanges Besitz befinden und die noch nicht veröffentlicht worden sind. Er hat bereits wissen lassen, dass sein Büro darauf vorbereitet sei, mehrere westliche Staatsoberhäupter vor das Bürgerrechtsgericht in La Hague zu bringen. Die Anklage wird auf „Verbrechen gegen die Menschheit und Verbrechen gegen die Würde einer Person“ lauten.

Der Kampf ist also eröffnet. Er wird für die Zukunft der Freiheit im Internet entscheidend sein. In den USA machen sie kein Geheimnis aus der Tatsache, dass sie ihn tot haben wollen. In England ist es dasselbe. Aber sie werden einige Schwierigkeiten haben, denn Assange hat Schritte unternommen, um eine globale Gruppe hervorzubringen, die sich um die Gegeninformation kümmern wird (wirklich, also keine italienische). Ihre Mitglieder sind anonym. Sie haben keine identifizierte Seite. Sie geben einfach die Daten, Nachrichten, Informationen und Geschehnisse ein. Zudem, wer will wissen, wo er schauen muss, und wer will verstehen? Wenn die Temperatur ansteigt, wird alles an die Oberfläche kommen.

Das Britische Empire hat die Fassung verloren und will Assange ergreifen, da er Zugang hat zu direktem Quellenmaterial. Und die bloße Tatsache, dass die Informationen an die Öffentlichkeit kommen könnten, dreht für jene an der Herrschaft den Spieß um und erinnert die Menschen daran, dass wir in einem unsichtbaren Krieg gefangen sind. Die Herrschenden wissen nicht, wie den Informationsfluss über das, was in der Welt geschieht, zu stoppen.

Da gibt es Menschen, die ihr Leben riskieren durch die bloße Tatsache, dass sie Informationen von einem anonymen Internetort in Canberra, Bogotá oder Saint Tropez hochladen. Wikileaks sollte nicht als Klatschgeschichte gelesen werden. Das ist es nicht. Sein anonymes Team verdient unseren Respekt.

Wir können Morgen nicht mehr länger sagen: „Aber wir haben es nicht gewusst.“ Jeder der es wissen will heutzutage, ist gut bedient. Versuchen Sie es einfach.

Übersetzt will dies heißen: Solange wir die widerliche politische Klasse nicht nach Hause schicken, die uns in keinster Weise mehr repräsentiert, wird das Geschwätz keine Wirkung zeigen. Weil wir nun alle wissen, wie die Dinge sind. Andererseits können Sie sich nicht beklagen oder darüber überrascht sein, dass in Italien niemand vorher von Ecuador und Rafael Correa gesprochen hat, oder von dem, was in Südamerika geschieht, über den grimmigen Kampf, der sich zwischen der argentinischen Präsidentin und Brasilien einerseits und Christine Lagarde und Angela Merkel andererseits abspielt. Was Wunder denn, dass die Briten eine ausländische Botschaft überfallen wollen? Dies geschah noch nicht einmal in den heißesten Tagen des sogenannten Kalten Krieges. Wie sie in Südamerika sagen, wenn jemand fragt: &bd quo;Was tun sie in Europa, was geschieht da?“. Da antworten Sie: „In Europa schlafen sie. Sie wissen noch nicht einmal, dass es da draußen Leben gibt.“

Das italienische Original unter:
http://sergiodicorimodiglianji.blogspot.it/2012/lattacco-alla-repubblica-del-ecuador.html