Weitere Medienberichte

Die Presse über die ELS und die Lach- und Spasspraxis

Berner Lach-Tage vom 18./19.8. 2001

Artikel im „Bund“ über die Berner Lachtage vom Samstag, 18.8. 2001

Medienmitteilung vom Montag, 20. 8. 2001

Weitere Artikel der Monate April bis August 2001

Die Lachwanderung  vom 17. 6. 2001

Medienmitteilung vom Montag, 20.8.:

Lachhaft und liebevoll durch Berns Strassen

Die ersten Berner Lach-Tage waren ein voller Erfolg

Der am Samstag im Restaurant Shalimar erstmals durchgeführte „Lachpero“ endete in überschäumender Fröhlichkeit und Tanz, denn der neu entwickelte „Lach-Draht“ entfaltete seine wunderbare Wirkung. Als Höhepunkt der Lachtage bewegte sich am Sonntag, 19.8. 2001 eine Schar von Lachpilgern mit ansteckender Heiterkeit durch Berns Strassen. 

Aus Anlass des weltweit ersten Lachpero präsentierten sich die Berner Lachgruppe Hahiho, der Berliner Lach-Chor-Leiter Thomas Draeger und der Leiter der Lach- und Spass-Praxis, Roland Schutzbach, einem interessierten und lachbereiten Publikum. Schutzbach, der den Abend leitete, liess zu Beginn den neuartigen, unsichtbaren „Lach-Draht“ durchs Publikum wandern, welcher die Anwesenden sofort zum Lachen animierte. Anschliessend erzählte der Gott „Ridiculus“ die Geschichte „Wie die Heiterkeit auf die Erde kam“, wobei sich auch die Anwesenden in Götter verwandelten und in ein himmlisches Gelächter einstimmten. Ebenfalls unter Beteiligung der Gäste wurde der „Hohoismus“ dargestellt – die immer neu entstehende Philosophie der überschäumenden Fröhlichkeit!

Nach kurzer Zeit brach Tanz aus, und nur mit Mühe gelang es, wieder zum ernsthaften Thema des Lachens zurückzukehren. Roland Schutzbach berichtete von der Schweizer Heiterkeitskampagne, von der Idee der Lach-Türme und von zahlreichen anderen Projekten und stiftete die Anwesenden zu erneutem Lachen an. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die von Draeger produzierte „Lach-CD“ vorgestellt.

Die Pilgerschaft im Rahmen des „Tages der Heiterkeit“ begann am Sonntag, 14 Uhr, auf der Kleinen Schanze in Bern. Etwa 20 Menschen bewegten sich nach dem Einlachen in langsamem Tempo durch die Stadt und interagierten spontan mit Passanten. Man schminkte sich in einer Passage, einige Pfadfinder wurden angesteckt, liessen sich ebenfalls schminken und lachten mit. Ein älterer Inder auf dem Bärenplatz erklärte sich spontan zum Mitglied der von Schutzbach gegründeten „European Laughter Society“ und lachte herzlich in die Kamera des mitwandernden Schweizer Fernsehens.

Ein Strassengeiger in einer Berner Laube wurde von der überschäumenden Fröhlichkeit ergriffen und spielte zum Tanz für die Lach-Pilger auf, die sich diese Gelegenheit nicht nehmen liessen. Er sagte, dies sei der schönste Auftritt seines Lebens gewesen.

Für den Weg von der Kleinen Schanze zum Kornhausplatz benötigte die Gruppe in ihrer zeitlosen Heiterkeit zwei Stunden, wobei viele weitere  herzliche und absichtslose  Interaktionen mit Menschen und Menschengruppen stattfanden.

Roland Schutzbach zeigte sich äusserst zufrieden und bewegt von der verwandelnden und inspirierenden Kraft des Lachens. Er bezeichnete die Lach-Pilgerschaft als das bisher gelungenste und tiefgreifendste Projekt seiner Arbeit. Draeger nahm eine Tonne des Lach-Drahtes – der die Menschen den Draht zueinander finden lässt – nach Berlin mit.

rs


 

1. Aargauer Zeitung

Bei Professor Allwissend wird gelacht

Lachen als Therapie Selbstheilung bei psychischen Störungen – Wie Lachen das Leben leichter macht

Von einem der auszog, um das Lachen zu lehren: Ein Münchner Philosoph versucht der Welt die Freude wieder zu geben und gründet die erste Lachpraxis der Schweiz.

Elisabeth Rizzi

Lange Zeit war er zu scheu dazu gewesen. Doch diesmal hat er es gewagt.

Professor Allwissend fährt Tram – eine Tätigkeit, die bei seinem Verhalten

nicht ohne Komplikationen vonstatten gehen kann. Neben einem grotesken

Schlabberhut unterscheidet die klobige Clownnase mit der Spassbrille ihn von

den übrigen Passagieren. Doch damit nicht genug: er beginnt die Leute

anzusprechen, was die introvertierten Zürcher ohnehin nicht mögen, und lacht

und lacht und lacht – solange bis alle Passagiere im Tram mitlachen.

Szenenwechsel: Ins, ein kleines Dorf beim Bielersee. Hier ist Professor

Allwissend zu hause. Und hier befindet sich auch die wohl erste Lachpraxis

in der Schweiz. Unter der Klingel steht der Name Schutzbach.

Sich selbst nicht zu ernst nehmen

«Eine bunte Fliege und eine komische Nase bringen die Kommunikation auf eine

höhere Ebene.» In seinem Behandlungsraum reflektiert Roland Schutzbach das

Tram-Happening. Das Kostüm schaffe eine neue Verbindung zu den Menschen –

eine Verbindung, die normalerweise durch Hemmungen versperrt sei. «Durch die

Fantasie fliesst man ins Lachen und legt selber die Alltagsidentität ab»,

sagt Schutzbach und bezieht sich auf die Mitfahrenden.

Doch es ist nicht oberflächliche Heiterkeit, die Schutzbach sucht. Im Alltag

arbeitet er mit Leuten, die Probleme haben, die depressiv sind. Heilungslose

Heilung nennt er seine Therapierform, in der Humor nicht nur

Therapiebestandteil ist, sondern Lachen im Zentrum der Behandlung steht.

«Lachen ist wie eine Bergwanderung. Man kann zwar vom beschwerlichen

Aufstieg und der schönen Aussicht reden, aber das Erlebnis kann man nur

selber machen», meint er. Die Selbstwahrnehmung sei bei einer

psychologischen Behandlung am wichtigsten. Deshalb setzt Schutzbach bei

seinen Patienten mit Rollenspielen und Lachen einen

Selbstheilungsmechanismus in Gang. Dieser soll dazu führen, dass der Patient

ein befreiendes Gefühl der Leichtigkeit erlebt und schliesslich auch ein

Stück weit lernt, sich selbst nicht mehr zu ernst zu nehmen. Dass eine

solche Behandlung als Zynismus des Therapeuten missdeutet werden könnte,

glaubt Schutzbach nicht. «Den Leuten ist ja schliesslich bewusst, auf was

sie sich einlassen.» Zudem denkt er, dass auch freche Formen des Lachens,

wie beispielsweise Schadenfreude schliesslich in herzliche Formen kippen und

Lachen zu Verbundenheit führt. Neben dem Lachen bei psychischen Störungen

bietet Schutzbach auch Lachseminare in Privatunternehmen und an Kongressen

an.

Auf das Lachen als Therapieform ist Schutzbach vor einigen Jahren gestossen.

«Es war in Schottland an einer Konferenz über Drogenpolitik. Dort ist auch

Patch Adams, der amerikanische Arzt und Vater der Lachtherapie aufgetreten».

Schutzbach lacht bei der Erinnerung. «Er zieht nie etwas anderes an als ein

Clown-Kostüm. Seine überschäumende Energie hat mich fasziniert.» Schutzbach,

der promovierte Philosoph und Erziehungswissenschaftler war damals noch in

der Drogentherapie tätig. Doch durch einen regen Briefwechsel mit Adams

rutschte er immer tiefer in die Gelotologie, wie die Wissenschaft des

Lachens heisst. Ein weiterer Impuls kam vom indischen Wissenschaftler Madan

Kataria, der die Lachkultur weltweit bekannt gemacht hat. Der Mediziner, hat

vor einigen Jahren die ersten Lachklubs gegründet und versammelt an

Lachevents bereits mehrere tausend Leute.

Obwohl die Lachbewegung auch nach Europa – insbesondere Dänemark und

Deutschland – geschwappt ist, befindet sich die Lachkultur in der Schweiz

noch im Anfangsstadium. Erst in Basel hat sich das allmontagliche Lachen dem

Marktplatz auf Initiative des ersten und bisher einzigen Schweizer Lachklubs

(humor.ch) institutionalisiert.

Lacht die Schweiz bald über sich?

Schutzbach, der inzwischen die European Laughter Society mit Mitgliedern in

Deutschland, Belgien, Frankreich und der Schweiz gegründet hat und mit den

Lachklubinitianten flüchtigen Kontakt pflegt, plant Lachevents in weiteren

Schweizer Städten. Ein Pilotprojekt hat im letzten September mit rund

sechzig Leuten in der Berner Innenstadt stattgefunden. Allerdings gesteht

er, der Münchner: «Die Schweizer haben mehr Hemmungen als andere Völker,

weil sie am stärksten leistungsbezogen sind.» Nichtsdestotrotz prüft das

Bundesamt für Gesundheit (BAG) für die Expo.02 derzeit ernsthaft ein Projekt

Schutzbachs: «Die Schweiz lacht über sich.» Den Tatbeweis allerdings, dass

man tausende von Leuten zum Lachen bringen kann, müsse Schutzbach noch

liefern, meint Markus Allemann, Kampagnenleiter vom BAG. Der Beweis, dass

dies möglich ist, liefert Schutzbach am nächsten Sonntag –  dem zweiten

Weltlachtag –  nur im privaten Rahmen. In Kopenhagen und Berlin, sowie in

verschiedenen Städten der USA werden jedoch verschiedene öffentliche

Mammutaktionen stattfinden.


 

2. Berner Zeitung BZ 

Weltlachtag

«Lachen ohne Grund ist gesund»

5. 5. 2001

Zum Weltlachtag von morgen Sonntag organisiert die Lach- und Spasspraxis in Ins ein Lach-Event

Rémy Kappeler

Morgen ist Weltlachtag. Noch nie davon gehört? Dann zählen Sie wohl nicht zu

den 10 000 Leuten, die schon letztes Jahr am 6. Mai um die Wette lachten.

Und dieses Jahr sollen sich auch die Schweizer einem herzhaften Lachen

hingeben. Der Inser Roland Schutzbach, erster und einziger Inhaber einer

Lach- und Spasspraxis, heisst Sie diesen Sonntag willkommen am einzigem

Schweizer Lach-Event.

Nach dem «Allgemeinen Einlachen» zeigt der studierte Philosoph, wie Sie ihre

Lachhemmungen überwinden können. Nachdem Sie sich dann locker fühlen, gibts

erste Lachübungen («Lachen ohne Grund»). Besonders Angefressene können sich

in die Berichte der Lachforscher (Gelotologen) vertiefen. Lesen Sie News

über die Wirkung von Lachen in der Therapie.

Lachen ist gesund. Ehrlich. Gelotologen haben herausgefunden, dass Lachen das

Immunsystem stimuliert, den Stoffwechsel anregt und Stresshormone abbaut.

Eine erfolgreiche Therapie verspricht Schutzbach jedoch nur, wenn Sie auch

bereit sind, ein wenig die Kontrolle über sich abzugeben. Wer nicht will,

hat gehabt. Schutzbach: «Jeder hat ein Recht auf eine steinerne Miene.»

Machen Sies wie die Inder, welche die Lachtherapie entwickelt haben. Treffen

Sie ihre Freunde frühmorgens im Park, um den Tag mit Lachübungen zu

beginnen. Und nehmen Sie den Tag mit Humor.

 

3. Bieler Tagblatt

5.5.01

Mitlacher/-Innen gesucht  

mt. In Ins gibt es eine Lach- und Spass-Praxis, ein Zentrum der überschäumenden Fröhlichkeit. Diese Lach-Praxis ist für Menschen gedacht, die sowieso gerne lachen, aber zu wenig Gelegenheit dazu haben, oder auch den Eindruck haben, dass sie zu wenig lachen. Sie ist aber auch für jene gedacht, die das Lachen wieder lernen wollen und sich vielleicht sogar vom Lachen eine grössere Leichtigkeit in ihrem Leben versprechen.

In dieser Lach-Praxis wird in Gruppen, einzeln, künstlich und echt gelacht. Das Lachen sitzt dort in allen Ecken. Kaum betritt man die Räume, geht es los. Zur Unterstützung beleben einige Leicht-Lacher mit ihrem ansteckenden ständigen «Giggeln» und ihren explosiven Lach-Salven das «Gelände».

Es gibt eine Art Lach-Parcours: Im ersten Raum werden die Lach-Anfänger mit  Lach-Hemmungen behandelt. Ausserdem gibt es Spiele zur Entspannung sowie Lockerungsübungen. Es werden lustige Videos gezeigt, Witze  erzählt und unter Anleitung von Lach-Assistenten die ersten Lach-Übungen (Lachen ohne Grund) gemacht.

Anlässlich des Welt-Lach-Tages findet morgen Sonntag, 6. Mai, ab 15 Uhr (bis etwa um 17 Uhr) ein kleines Einlachen statt: in der Lach- und Spasspraxis von Roland Schutzbach, Schlawinerweg 1, Ins. Anmelden: Telefon 032  313 24 58

4. BZ – Vorankündigung der Lachwanderung im Wochenmagazin „nonstopp“

Lachen ist gesund, wandern ist gesund

Wie gesund muss dann erst lachwandern sein?

Berner Zeitung – Beilage nonstopp, 14.6.2001 

Den Wanderstab in der Hand, den Lachsack am Rücken, einen kecken Scherz auf den Lippen, so ziehen wir in die weite Welt: an der ersten Lachwanderung von Ins nach Le Landeron

Auch das noch: eine Lachwanderung. Man kann so was als Abstecher ins Reich

der skurrilen Ideen einordnen und im gewohnten Alltagstrott weiterfahren.

Aber wenn man in einem nächsten Schritt das Projekt näher betrachtet,

ernster, merkt man, dass mehr dahintersteckt: Lachen ist gesund, wandern ist

gesund. Wie gesund muss lachwandern sein!

Spass beiseite. Machen wir: Schieben wir den Spass beiseite. Nun kommt Roland

Schutzbach zum Vorschein, Doktor der Philosophie, Pädagoge und Leiter der

von ihm gegründeten Lach- und Spasspraxis in Ins.

Ohne Grund

Was erwartet die Lachaktivisten an der Wanderung? Kein Witzparcours mit

schlüpfrigen Stellen, sondern «Lachen ohne Grund». So nennt Schutzbach die

Methode, um mittels Lachen «positive Lebensenergie» aus uns herauszukitzeln.

Gemeinsames Lachen, ohne den berühmten Witz als Auslöser, wirkt befreiend

und fördert die Kommunikation.

Wo und wie oft die Wanderer vereint das Zwerchfell erschüttern wollen, weiss

Roland Schutzbach noch nicht genau. Sicher ist die Route (von Ins nach Le Landeron) und dass man zusammen picknicken will (Verpflegung selbst mitnehmen). Rund sechs Stunden dauert die Wanderung. Wer vorher fertig lustig sagen will, kann früher aussteigen.

Wer am Lachtrip teilnimmt, ist bei einer Schweizer Premiere dabei. Der Anlass hat allerdings Vorläufer. Letzten Herbst hat Schutzbach zu einem Berner Lach-Event eingeladen. Rund 50 Leute lachten im Chor auf der Kleinen Schanze und zogen anschliessend immer noch lachend durch die Stadt.  Ähnliches geschah am vergangenen Pfingstsonntag in Biel.

Ohne Krankenkassen

Initiant Roland Schutzbach hat in Ins eine Lach- und Spasspraxis. Appliziert der Herr Doktor eine neue psychotherapeutische Methode? «Nein», antwortet Schutzbach, «ich repariere nicht die Psyche meiner Klienten, sondern versuche, deren Selbstheilungskräfte zu aktivieren.» Mit Einzelsitzungen macht er das, in Gruppen, aber auch indem er Firmen oder Behörden berät.

«Die Krankenkassen zahlen nichts», hält er fest, «dafür bin ich günstiger als andere».

 

Mit Schadenfreude

 

Roland Schutzbach ist Lachfachmann. Wenn man schon einen dieser seltenen

Experten vor sich hat, möchte man ernsthaft in die Tiefe gehen. Gibt es

gutes Lachen, schlechtes Lachen, fragen wir. Darf man, igitt, zum Beispiel

über Ausländer witzeln? «Nun ja», windet er sich, «das ist halt

individuell.» Hingegen könne er sich durchaus über das Missgeschick seiner

Mitmenschen freuen, räumt er ein. Schadenfreude sagt man dem.

Die bange Schlussfrage an den Fachmann: Wie schneiden wir Schweizer auf dem

globalen Lachmarkt ab? «Durchschnittlich», beruhigt Schutzbach. Erleichtert

atmen wir auf: Der Platz im Mittelfeld ist zwar noch kein Grund zum Lachen,

aber immerhin zum Lächeln.        PETER STEIGER


 

5. Der Bund (Bern), 18.6.2001

«Lachen ohne Grund, einfach weils so schön ist.»

LACHWANDERN / Gestern hat die weltweit erste Lachwanderung stattgefunden. Nach dem Einlachen im Garten der Lach- und Spasspraxis in Ins ist die bunt zusammengewürfelte Gruppe nach Erlach gewandert. Zwischendurch ist immer wieder ausgiebig gelacht und gesungen worden. Am «Lachpéro» ist die nationale Lachkönigin erkürt worden.

• FRANZISKA FLÜCKIGER

«Ahhhhhhh, hmmmmmm, ahhahh…» Sechzehn Personen zwischen 20 und 70 stehen im Kreis und halten sich ihre Bäuche. Sie atmen tief ein und geräuschvoll wieder aus. Nachdem sie ausgiebig alle Glieder geschlenkert haben, verziehen die Anwesenden ihre Gesichter, als hätten sie mehrere Riesenkaugummis im Mund. Für Uneingeweihte wirkt das Aufwärmtraining zur weltweit ersten Lachwanderung etwas grotesk. Der Initiant Roland Schutzbach hat einen Fachausdruck dafür: «Einlachen». «Hahs» und «Hohs» in unterschiedlichsten Tempi und Lautstärken, untermalt mit Grimassen, folgen. Erste Schmunzler der Teilnehmenden gehen in ein Lächeln und anschliessend in Gelächter über. Verrenkungen und Hopser der Lachwanderer kommen hinzu. Des Lachexperten Philosophie scheint zu funktionieren: «Lachen ohne Grund, einfach weils so schön ist. Das wirkt ansteckend und schafft Freundschaften.» Der 52-jährige Schutzbach kommt ursprünglich aus Bayern und lebt seit knapp 20 Jahren in der Schweiz. Anfang Mai hat der Philosoph die Lach- und Spasspraxis in Ins eröffnet. «Die Welt ist so, wie wir sie sehen wollen, alles eine Frage der Wahrnehmung», meint der Lachmeister. Jeder könne direkt in die Freude hineinspringen, man müsse es nur wollen.

Alle, die diesen Sprung mit ihrer Teilnahme an der Lachwanderung gewagt haben, machen einen zufriedenen Eindruck. Die Atmosphäre ist locker und vertraut. Wo es noch an Gesprächsstoff fehlt, wird mit Brillen, aufgesetzten Schnäuzen und Clownnasen herumgealbert. Es reicht schon, dem Nachbarn mit der Plastiktrompete ins Ohr zu lärmen, um Gelächter auszulösen. «Ich bin gern da, wo es lustig ist. Die Lachwanderung hat mich direkt angesprochen», sagt die 67-jährige Seniorin. Ihr Gatte dreht gerade hüpfend eine Runde, die Basketballmütze verkehrt herum aufgesetzt.

Die Route führt von Ins nach Erlach, zwei Zwischenstopps gehören zum Programm. «Den Rest überlassen wir dem Zufall», sagt Schutzbach schmunzelnd. Erste Station ist das Altersheim. Gelächter erschallt in der Eingangshalle. Das kurz zuvor eingeübte Lied klingt bereits sicher, dazu wird mit den Fingern geschnippt und geklatscht. Den Senioren scheint das Vormittagsständchen zu gefallen. Die Heiterkeit überträgt sich: Die Betagten beginnen zu schmunzeln, und wer noch kann, wippt mit.

Nicht nur geschaukelt, sogar gehüpft wird beim anschliessenden «Lachpéro». Eine von Schutzbachs Stammlacherinnen feiert Geburtstag und wird vom Meisterlacher prompt zur «nationalen Lachkönigin» erkürt. Die Lachtruppe gibt erneut ein Ständchen. Der Text ist simpel – ha, ha, ha… -, die Königin strahlt. Nach dem zweiten Zwischenhalt lacht der Gesellschaft die Sonne wieder, die Regengüsse zuvor haben die Stimmung jedoch nicht getrübt. Die Gruppe marschiert nach Erlach, wo sie vom Pfarrer empfangen wird. In der Kirche entwickeln sich spontan verschiedene Lachdarbietungen. Diese werden mit einem dreistimmig einstudierten «Alpsegen» ergänzt.

Die Lachwanderung könnte also auch den Namen Singmarsch tragen. Immer wieder stimmt jemand ein bekanntes Volkslied an – dies wirkt eben auch ansteckend. Sogar auf die beiden Vierbeiner, die ihre Herrchen begleiten. Ihr «Wau» verwandelt sich mit jedem Lachhalt deutlicher in ein «Hau».


 

Solothurner Tagblatt, Oktober 2003

Lachrevolution jetzt auch in Solothurn
 «Wer nicht krank ist, ist nicht schon allein deshalb auch gesund». Zu einem ganzheitlichen Gesundheitsbegriff gehöre das Lachen, sagt Roland Schutzbach. Ein Narrosoph an den Gesundheitstagen.

David Zimmer

Solothurn stand in den letzten Tagen ganz im Zeichen der Gesundheit: Tausende von Besucherinnen und Besuchern aus der ganzen Schweiz waren angereist, um sich im Rahmen der 10. Gesundheitstage über alternative, ganzheitliche Heil- und Therapieangebote zu informieren. Fachpersonen aus Medizin und Pflege, an Naturheilkunde Interessierte, Gesunde und Kranke, Neugierige und «Gutmenschen» – sie alle wandelten durch den Kräuterlehrpfad, versuchten sich an der «Duftbar», liessen sich die Wirkung der Craniosacral-Therapie erklären oder überliessen ihren Körper den Händen eines Naturheilers.

 «Rasenmäherlachen»


 Einen unerwarteten Aspekt dieses gesamtheitlichen Ansatzes bekam zu hören, wer einen der drei Vorträge von Roland Schutzbach besuchte: das Lachen. «Ich bin promovierter Philosoph und praktizierender Narrosoph», stellt sich der 55-jährige Schutzbach (Markenzeichen: farbige, schräg gestreifte Kravatte) in bayrisch gefärbtem Hochdeutsch vor, um sogleich in ein Gelächter auszubrechen. Dann stimmt er das im Vorfeld angekündigte «Rasenmäherlachen» (im Tagblatt) an. Es darf (mit-)gelacht werden.
Vor drei Jahren eröffnete der frühere Friedensaktivist in Ins die erste «Lach- und Spasspraxis» der Schweiz. Als «Narrosoph», als Narr und Philosoph in einem, will er sich für mehr Heiterkeit im Alltag, öffentliche Lachereignisse und eine Steigerung der «Heiterkeits-Intelligenz (HI)» einsetzen. Schutzbach ist freilich überzeugt, dass Lachen auch eine ernstzunehmende Seite hat: «Gemeinsames Lachen ist der direkteste Weg zu sich selbst und zu den Mitmenschen.» Aber nicht nur das: «Die wissenschaftliche, medizinische Forschung hat gezeigt, dass Lachen eine gesundheitsfördernde und heilende Wirkung hat. Lachen hält den Menschen gesund, Lachen ist die beste Medizin.»
Wenn natürlich auch nicht die einzige. Seitdem der US-amerikanische Journalist Norman Cousins in den 60er Jahren in einem Buch seine Heilung von einer rheumatischen Erkrankung durch Lachen beschrieben habe («Der Arzt in uns selbst»), sei eine eigentliche Lachforschung, die «Gelotologie», entstanden, referiert Schutzbach. Mittlerweile bestehen «Lach-Clubs» in Indien, es gibt einen «Lach-Chor» in Berlin, und Schutzbach selbst hat die «European Laughter Society» (ELS) gegründet, mit deren Hilfe er zur «globalen Lachrevolution» anstiften will.
Zu Schutzbachs revolutionären Umtrieben gehören verschiedene Projekte: So etwa die «Quelle des Lachens» an der Expo.02 in Yverdon und die vom Bund unterstützte Aktion «In heiterem Rhythmus – weg vom Rassismus». Mit dem Grossprojekt «Happy City» soll die Lachrevolution nun in die Städte Europas getragen werden.
Inwieweit der revolutionäre Funke bereits auf Solothurn übergesprungen ist, ist allerdings fraglich: Schutzbachs Angebot, mit ihm lachend durch die Gassen Solothurns zu ziehen, stiess kaum auf Interesse.

 Lachen ohne Grund?


 Schutzbach lacht scheinbar ohne Grund. Wer sich in Solothurn also eine Witz-Sammlung erhofft hatte, wurde enttäuscht. «Lachen ohne äusseren Grund ist möglich. Allein die Tatsache, zu leben, sollte Grund sein für eine grossartige Freude, die Freude an der Schöpfung», sagt der Narrosoph. Diese beinahe religiöse Dimension des Lachens kann sogar den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung umkehren: Glücklich ist nicht (nur), wer lacht, sondern wer lacht, wird glücklich.

SO-Stadt Solothurn, 20. Oktober 2003

 

dpa-Meldung vom Freitag, 2.5. 2003

(dpa-Gespräch)
Lach-Experte Schutzbach: «Lachen ist ein echter Befreiungsprozess»

Genf (dpa) – Zum Weltlachtag an diesem Sonntag (4. Mai) hat sich
der Schweizer Lach-Experte Dr. Roland Schutzbach etwas Besonderes
einfallen lassen: Mit einem regulären Linienschiff und zahlreichen
fröhlichen Passagieren will er auf dem Bieler See in der Westschweiz
eine Stunde lang bis nach Erlach fahren – und das Boot durch
herzhaftes Gelächter ordentlich ins Schlingern bringen. «Lachen ist
immer ein Befreiungsprozess, der die Menschen in eine andere geistige
Dimension rt. Auch in traurigen Zeiten entdeckt man dann die
Schönheit des Lebens neu, die eigene Fantasie und Freude», sagte der
Philosoph im dpa-Gespräch.

Sein Interesse für die heilsame Wirkung des Lachens habe vor
Jahren der indische Lachmeister Kataria geweckt, der jeden Morgen mit
einer Gruppe von bis zu 80 Menschen in öffentlichen Parks in ein
gemeinschaftliches schallendes Gelächter ausbrach. «Lachyoga nennt
sich das, und das hat mich einfach wahnsinnig interessiert», erklärte
Schutzbach. Daraufhin habe er dann in der Schweiz seine «Lach- und
Spaßpraxis» gegründet. «Zu mir kommen Menschen mit Sorgen, mit
chronischen Krankheiten oder einem tiefen Einsamkeitsgefühl. Ich
bringe ihnen das Lachen bei, wir lachen zusammen – und dann geht es
den Menschen oft schon besser.»

Seit jeher ist Schutzbach ein Anhänger der lachenden Philosophie,
«die nicht alles so ernst nimmt und die Dinge von ihrer lustigen
Seite betrachtet.» Er selbst bezeichnet sich als «Narrosoph», einen
närrischen Philosophen, der in Kursen durch lustige Übungen die
Heiterkeitskräfte bei seinen Gästen hervorruft.

Schutzbach selbst lacht unterdessen bereits morgens im Bett mit
seiner Frau und dann nochmals beim Frühstück: «Dann habe ich
stundenlang ein Wohlgefühl», erläuterte er. Insgesamt seien bisher
über 100 verschiedene Lach-Arten ausfindig gemacht worden – vom
chinesischen über das japanische bis zum anerkennenden Lachen. Welche
Auswirkungen die verschiedenen Variationen auf den Organismus hätten,
sei derzeit noch Teil seiner Forschungen.

Als nächstes Projekt plant Schutzbach eine Lach-Kreuzfahrt. «Da
möchte ich mit einem richtigen Ozeandampfer und 2500 Passagieren über
die Meere fahren und jeden Tag kleine Seminare geben. Wäre es nicht
herrlich, wenn dann am Ende alle lachen und das ganze Schiff in
Schwingung bringen?»

Bieler Tagblatt 3.5. 2003

Roland Schutzbach: Lacht aus purer Freude am Dasein

Sein Ziel ist die Revolution

 

Philosophen sind doch diese verkorksten Gestalten, die in dunklen Kammern hausen, Theorien über das Elend des Daseins ausbrüten und unendlich viel mehr wissen als wir Normalsterblichen. Oder verhält es sich völlig anders? Roland Schutzbach ist Philosoph. Um den Hals trägt er eine zerknitterte Regenbogenkrawatte, sein Haupt ist bedeckt mit struppigem Haar und in seinem Haus findet sich ganz bestimmt keine einzige düstere Ecke zum Brüten. «Die Menschen sehen das Schöne am Dasein nicht mehr», bemerkt er unvermittelt und grinst bei dieser ernsten Aussage auf eigentümlich ansteckende Art und Weise.

*

Ist Roland Schutzbach ein lustiger Philosoph? Ein Clown unter den Wissenschaftlern? «Nein, ich kann keine Witze erzählen und bin, so gesehen, gar nicht lustig. Aber im Gegensatz zu denen, die alles dramatisieren, bin ich halt rundum heiter», argumentiert er. Früher habe er sich häufiger den Kopf über Gott und die Welt zerbrochen und viel Unmut mit sich herumgeschleppt.

Irgendwann aber sei ihm bewusst geworden, dass sich der Mensch in jeder beliebigen Situation glücklich fühlen könne, wenn er das wolle. So ist für Roland Schutzbach aus der Philosophie die «Narrosophie» (Vertiefung der Philosophie durch Lachen und Heiterkeit) geworden. Dank dieses revolutionären Ansatzes schwebe er heute dauernd in «positiven Stimmungen» und lebe ganz einfach glücklich und heiter.

*

Doch kann das Leben immer nur lustig und friedlich angegangen werden? Bei dieser Aussage läuten jedem gut sozialisierten Bürger die Alarmglocken. Wo würde denn das hinführen? – «Zum Beispiel in den Weltfrieden», meint Schutzbach schlagfertig, und ansatzweise kann er diese utopische «Narrosophen-Logik» sogar beweisen: «Stellt man (zu Übungszwecken) einen lachenden Menschen einem wütend schnaubenden gegenüber und lässt die beiden kommunizieren, so lachen nach wenigen Minuten beide.»

Dieses Experiment erkläre aber nicht nur die Kraft des Lachens, sondern führe auch zu der Einsicht, dass das Leben in seinem Kern nicht ernsthaft sein könne. «Jenseits der Rationalität steht die existentielle Erfahrung, die den Menschen ausmacht», ist Schutzbach überzeugt und kritisiert damit die rein wissenschaftliche Wahrheitssuche und deren allgemein gültigen Charakter.

*

Wer aber denkt, die Kraft des Lachens könne die Welt nicht verändern, wird vielleicht bald überrascht werden. «Der Grundstein zur Revolution ist gelegt», verrät Schutzbach euphorisch. Es bestehe eine weltweit vernetzte Organisation, die an der «Revolution der Heiterkeit» arbeite. Das Ziel sei ein schallendes Gelächter, das, via Fernsehen und Radio, auf allen öffentlichen Plätzen der Welt ausgestrahlt, zu einem riesigen Freudenfest führen soll. «Die Menschen sollen anfangen, ihre Existenz zu feiern», erläutert Schutzbach das Projekt und ist sich sicher: «Nach dieser Revolution werden auch die hartgesottensten Nicht-Lacher und versteinertsten Gesichter angesteckt sein und ihre kindliche Ausgelassenheit zurückgewonnen haben».

Bis zum Ausbruch des heitern Zeitalters brauche es aber noch zahlreiche Lachseminare, -tage, -schiffe, -sitzungen, -ausflüge und, allem voran, die Bereitschaft der Menschen, sich auch in einer heiteren Welt wohl zu fühlen.

 Rahel Sahli

Meldung der Schweizerischen Nachrichten-Agentur sda über den Weltlachtag 2004

02-MAY-2004

Erste Schweizer Lachparade in Bern

Bundeshaus in Lachen verpackt: für mehr Heiterkeit in der Politik

Bern (sda) Es darf gelacht werden: Über 100 Personen haben sich

am Sonntag zur ersten Schweizer Lachparade in Bern getroffen.

Fröhlichkeit versprühten die Lacherinnen und Lacher unter anderem

rund ums Bundeshaus.

Vor der am Montag beginnenden Session der eidgenössischen Räte

wolle man das altehrwürdige Gebäude mit Heiterkeit aufladen, damit

künftig in der Politik mehr Fröhlichkeit und Phantasie Einzug

halte, teilten die Veranstalter am Sonntag mit.

In den Strassen Berns verteilten die Lacherinnen und Lacher –

mit farbigen Krawatten und Clownnasen verkleidet – aus leeren

Flaschen literweise Lachwasser. „Wir verteilen das kreative

Nichts“, war dazu in den Unterlagen der Veranstalter zu lesen.

Lachen sei ein Kunstwerk des heiteren Zeitalters. Kunst komme

hier nicht mehr von Können, sondern vom Sein, heisst es in der

Mitteilung weiter. Zur Lachparade eingeladen hatte Roland

Schutzbach, Präsident der Europäischen Lachgesellschaft.

An der Parade nahmen unter anderem Mitglieder von Lachklubs aus

dem In- und Ausland teil. Am Sonntag begingen die Lacherinnen und

Lacher den Weltlachtag.

Schutzbach betreibt in Ins BE eine Lach- und Spasspraxis. Lachen

ist für ihn eine „wunderbare Glücksquelle“, die er anderen auch

erschliessen möchte. An der Expo.02 war Schutzbach, der sich selber

„Narrosoph“ nennt, mit der „Quelle des Lachens“ vertreten, einem

Garten, in dem überall Lachen zu hören war.


 

COOP-Zeitung, April 2004

Der Lachmeister

Roland Schutzbach will am Weltlachtag das Bundeshaus in Lachen verpacken. Der «Narrosoph» sieht lachen als Befreiung und verrät, wieso er auch im Bett viel lacht.

Eva Nydegger

Coopzeitung: Warum wollen Sie Leute zum Lachen bringen?

Roland Schutzbach: Lachen ist eine wunderbare Glücksquelle. Wenn ich viel lache – und das tue ich – fühle ich mich den ganzen Tag in gehobener Stimmung, bin kreativ, erfinderisch und frei. Das möchte ich auch anderen Leuten gönnen.

Gibt es auf der Welt so viel zu lachen?

Ich richte mich nicht nach der Welt, ich erschaffe mir meine eigene. Unsere Gefühle machen wir uns selber. Ich möchte das heitere Zeitalter hervorzaubern.

Probleme interessieren Sie nicht?

Schon. Es passiert viel Tragisches. Doch das versetzt mich nicht in schlechte Stimmung.

Anstatt sie zu lösen, lachen Sie Probleme weg?

Nein, aber durch das Lachen entsteht eine gewisse Distanz und Gelassenheit.

Was versprechen Sie sich davon, an der ersten Schweizer Lach-Parade das Bundeshaus anzulachen?

Ich möchte es gewissermassen in Lachen verpacken und damit das einmalig solide politische System der Schweiz honorieren. Dass alle Parteien in der Regierung vertreten sind, dass es Volksabstimmungen gibt, sind keine Selbstverständlichkeiten. – Weshalb schauen Sie jetzt so besorgt?

Finden Sie die politische Kultur in der Schweiz wirklich so vorbildlich?

Im Vergleich zu meinem Herkunftsland Deutschland geht es hier viel gesitteter und viel weniger grob zu. Natürlich möchte ich auch die Schweizer Politiker zu mehr Heiterkeit inspirieren.

Wozu soll das Lachen gut sein?

Lachen ist ein Mittel der Befreiung. Viele Leute sind geradezu mit ihren Problemen verheiratet. Durch Lachen lernt man, über sich und seine Eigenheiten zu lachen. In meinen Kursen kann man das mit verschiedenen Methoden erproben.

Sind Schweizer gut im Lachen?

Ja, was soll ich sagen? Einerseits habe ich viel Erfreuliches erlebt, seit ich als Narrosoph tätig bin. Ich konnte schöne Projekte realisieren. Wenn ich jedoch vergleiche, wie schnell sich Lachclubs anderswo verbreiten – in Frankreich etwa – geht es gerade in der Deutschschweiz nur zögerlich voran. Schweizer haben aber einen feinen Humor.

Braucht es Humor, um Leute zum Lachen zu bringen?

Man kann gut ohne Grund lachen, nicht wegen eines Witzes also, sondern weil man sich dazu entschieden hat. Und wenn man viel lacht, entwickelt man automatisch mehr Humor.

Humor ist lateinisch und bedeutet Körpersaft. Um welche Säfte geht es da?

Beim Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet. Diese Endorphine stärken unter anderem das Immunsystem.

Ist auch das hämische Lachen gesund?

Es ist wohl nicht gerade das feinste Lachen! Aber man soll auch das nicht so ernst nehmen und bewerten.

Kann man am Lachen sterben?

Vielleicht. (lachend) Das ist jetzt aber etwas spitzfindig!

Und Sie können jetzt vom Lachen leben?

Ja, ich habe meine Tätigkeiten als Lehrer an Steinerschulen und in der Drogentherapie aufgegeben und lebe jetzt von meiner Lachpraxis, von Kursen und Vorträgen.

Psychotherapeutisch gesehen bringt lachen wohl genauso wenig wie weinen: Es gibt höchstens eine kurze Erleichterung.

Lachen kann wie das Weinen dazu beitragen, mit den eigenen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Und das kann eine tiefgehende, heilende Transformation bewirken. Es braucht aber Mut.

Lachen wird auch etwa als Sportersatz, als «Joggen an Ort» gepriesen.

Das hat etwas. Man kann wie beim Joggen ein bisschen «high» werden.

Wer lacht mehr, Frauen oder Männer?

In den Lachclubs sind überall etwa 70 Prozent Frauen dabei.

Frauen, die oft lachen, wecken bei Männern offenbar mehr Interesse und werden als sexy wahrgenommen. Gilt das auch umgekehrt?

Wahrscheinlich schon. Frauen wünschen sich oft humorvolle Männer. Das sieht man zum Beispiel in Kontaktanzeigen. Man sagt ja nicht umsonst: Ich habe mir jemanden angelacht. Lachen ist sicher auch ein erotisches Signal.

Dann müssen Sie ja unerhört beliebt und gefragt sein?

Ja, na ja. Ich lebe in einer glücklichen Beziehung und bin deshalb nicht so in Gefahr!

Lachen Sie auch im Bett so viel?

Ja, denn die Sexualität wird so viel genussvoller. Der Leistungsdruck fällt weg. Wir lachen, wenn wir Spass haben, und das haben wir oft, hahaha!

Können Sie auch über sich lachen?

Ja natürlich. Das kann man gut üben, indem man Muster wie den eigenen Ehrgeiz oder die eigene Scheu erkennt.

Wo liegt die Grenze zwischen Lachen und Lächerlichkeit?

Die interessiert mich wenig. Ich bin ja kein Politiker!

Steckbrief Roland Schutzbach

Geboren: 2. September 1948 in Bayern

Wohnort: Schlawinerweg 1 in Ins (BE), seit 22 Jahren

Zivilstand: in neuer Partnerschaft, zwei erwachsene Kinder aus erster Ehe

Beruf: Doktor der Philosophie, praktizierender «Narrosoph» mit Lach- und Spasspraxis, Kursleiter – zum Beispiel für Heiterkeit suchende Paare, Buchautor

Aktuell: Am Weltlachtag, Sonntag, 2. Mai organisiert Roland Schutzbach die erste Schweizer Lach-Parade in Bern. Treffpunkt: Kleine Schanze (Nähe Bahnhof), 14 Uhr, Ankunft beim Bundeshaus: 15.30 Uhr.

www.hahahahaha.org

P.S.

Land des Lachens

«Ich will ein Interview mit diesem Lachmeister im Blatt haben», sagte Coopzeitungs-Chefredaktor Dominic Geisseler (nicht im Bild) und fragte, wer sich dieser Aufgabe gewachsen fühle. «Welches sind die Kriterien?», wollte Redaktorin Eva Nydegger wissen. «Am besten schicken wir den grössten Griesgram», lautete die Antwort. Kurzes Schweigen. «So findet sich niemand», liess Nydegger verlauten. Doch bevor sie etwas über die Kunst des Motivierens sagen konnte, hatte sie den Auftrag gefasst. Glücklicherweise besprühte sie Lachmeister Roland Schutzbach in Ins gleich mit einer Flasche seines (imaginären) Lachwassers. Ha!


 

Lachkönig an Lebenskraft-Messe

Vorstellung des „Überzeugungs-Recycling-Geräts“

Der Narrosoph, Philosoph und Lachkönig Dr. Roland Schutzbach wird in seinem Vortrag an der diesjährigen Lebenskraft-Messe das „Überzeugungs-Recycling-Gerät“ (ÜRG) der Öffentlichkeit vorstellen. Mit diesem in HappyTopia, dem Land des Lachkönigs, entwickelten Gerät kann man überflüssige Überzeugungen, Gedankenmuster und Stimmungen in Lachen verwandeln. Eine Sensation für unsere reale Welt!

Roland Schutzbach wird in seinem heiteren Vortrag die Bedeutung des Lachens für die spirituelle Entwicklung betonen und mit dem Publikum erproben. Er bietet zusammen mit dem lachenden Engel Christine Fleur de Lys auch ein dreistündiges Seminar für den Verlust der Ernsthaftigkeit an. Im Vortrag und während der ganzen Messe wird das Paar mit dem ÜRG den Anwesenden die Möglichkeit bieten, eigene überflüssige Überzeugungen und Glaubensmuster zu recyclen und in Lachen zu verwandeln. Gemäss einer Indiskretion handelt es sich beim ÜRG um ein schachtelförmiges Gebilde mit Schlitzen und Einwurf-Löchern. Man wirft seine Überzeugung in Form eines Würfels, einer Kugel oder eines Zettels ein, und erhält dafür ein dauerhaft haltbares Lachen. Erste Versuche zeitigten sensationelle Erfolge!

Termine an der Lebenskraft-Messe im Kongresshaus:

Freitag, 16.3., 12.20 bis 13.00 – Vortrag „Die Bedeutung der Heiterkeit“

Samstag, 17.3., 10 – 13 Uhr  Lach-Seminar

Sonntag, 18.3., 16 Uhr: Die Geschichte vom Lachkönig: Roland Schutzbach als Geschichtenerzähler und Sänger